Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

23.10.08, Christiane Birgden

To stay – to go?

To stay – to go? Als mich vor ein paar Jahren die Frau an der Kasse eines amerikanischen Fastfood-Restaurants fragte, hatte ich keine Ahnung, was sie von mir wollte.

Heute würde ich sie in jeder Sprache verstehen: Zum hier Essen oder zum Mitnehmen? – denn heute wird immer und überlall gegessen und getrunken: der Café Latte, schnell noch am Bahnsteig gezogen, nehme ich mit in den Zug. Das schnelle Käsebrötchen auf der Hand ersetzt das Mittagessen. Das ist nicht nur zeitsparend, sondern auch praktisch: Die Küche bleibt sauber, weil quasi unbenutzt. Und wer meist unterwegs isst, braucht auch nicht einkaufen.

Was dabei unbemerkt verloren geht, ist ein ganzes Stück Esskultur. Denn Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme. Essen ist Gemeinschaft.

Miteinander essen heißt miteinander ins Gespräch kommen. Denn unangenehme Dinge lassen sich beim Essen oft ganz nebenbei klären.

Offensichtlich wusste Jesus das, denn immer wieder hat er ganz unterschiedliche Leute zusammen an einen Tisch geladen. Leute, die sich von sich aus niemals an einen Tisch gesetzt hätten. Oft mit überraschendem Effekt.

Also, neben aller Sympathie für’s praktische Take away. Manchmal ist es auch gut zusammenzusitzen und zu essen. Mit Freunden und solchen, die es noch werden könnten. Das muss gar kein 3-Gänge-Menü sein.

Christiane Birgden, Hürth
 

 

Audiobeitrag To stay – to go?


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