Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

12.10.08, Pfarrer Jens Burgschweiger

Don´t worry

Pfeifen aus dem Song: Bobby McFerrin: Don't worry, be happy * Sommer? Herbst? Wann kam das raus? 1989 war es, als Bobby McFerrin mit seinem Gute-Laune-Song

eine ganze Nation auf „fröhlich“ stimmte... 

Song: Bobby McFerrin: Don't worry, be happy

In every life we have some trouble
When you worry you make it double
Don't worry, be happy

Voice over: Jeder hat in seinem Leben mal Ärger,
wenn Du verzweifelst, verdoppelst Du ihn bloß -
Don't worry – mach dir keine Sorgen -, be happy - sei fröhlich

 '89, nach dem Mauerfall, war ein ganzes Volk happy - und als Pfarrer Christian Führer ein Jahr zuvor beim Friedensgebet in Dresdens Nicolaikirche Psalm 69 zitierte: „Du machst fröhlich, was da lebet im Osten wie im Westen“ bedurfte das keiner Auslegung.

20 Jahre später ist Tristesse eingekehrt: die Mauer in vielen Köpfen scheint noch immer nicht beseitigt und von fröhlicher Aufbruchsstimmung ist wenig zu spüren. Hohe Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Rezession werden gerne als Gründe angeführt, aber vielleicht liegt die Ursache doch tiefer. In den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts stellte der Schriftsteller Robert Musil fest:

Sprecher: „Ungemein viele Menschen fühlen sich heute in bedauerlichem Gegensatz stehen zu ungemein vielen anderen Menschen. Es ist ein Grundzug der Kultur, dass der Mensch dem außerhalb seines eigenen Kreises lebenden Menschen aufs tiefste mißtraut, also daß nicht nur ein Germane einen Juden, sondern auch ein Fußballspieler einen Klavierlehrer für ein unbegreifliches und minderwertiges Wesen hält.“

Ob das noch immer gilt? Dann wäre gegenseitiges Mißtrauen – also dieser Zustand einer „ungewissen atmosphärischen Feindseligkeit“ - wie Musil es nennt, der tiefere Grund für die verbreitete innerdeutsche Tristesse. Und Bobby Mc Ferrins „Don't worry, be happy“ nicht nur ein Aufruf zu mehr Happyness, sondern zum fröhlichen Vertrauen -

In every life we have some trouble
When you worry you make it double
Don't worry, be happy

Wenn die Bibel sagt: „Gott macht fröhlich... im Osten wie im Westen“ – also über alle Grenzen hinweg – ist damit mehr gemeint als ein privates Michwohlfühlen. Fröhlich meint eine ungewisse atmosphärische Freundschaftlichkeit, ein Friedlich-Gestimmt sein gegen den anderen – eine unbekümmerte Gastfreundschaft. 

Fröhlich werden im biblischen Sinne hieße dann: Sich anstecken zu lassen von Gottes grenzenlosem Vertrauen, welches alles Schubladendenken, alle Voruteile, allen Verdruß hinter sich läßt.

Gott macht fröhlich – berührt von seiner freundschaftlichen Offenheit bestünde begründete Hoffnung, dass wir die Mauern in den Köpfen endlich überwinden – und im Osten wie im Westen in heiterer Gelassenheit nach Vorn schaun.    
 
Pfeifen aus dem Song: Bobby McFerrin: Don't worry, be happy 
 
* Interpret: Bobby McFerrin; Titel: Don’t worry, be happy
   

  


 

Audiobeitrag Don´t worry


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