Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

20.10.08, Pfarrer Reinhard Ellsel

Salz und Licht

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer! Eine neue Woche liegt vor uns. In der Bergpredigt von Jesus (Mt 5,13.14.16) habe ich Worte gefunden,

die ein gutes Motto für diese neue Woche sein können:

Sprecherin: "Jesus Christus spricht: Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

"Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt." Jesus spricht uns so an, uns alle: die Hausfrau, den Lehrer und die Schülerin, den jungen Familienvater und die Rentnerin. Und auch die Kinder, die Kranken und Einsamen sind gemeint: "Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt." Ich verstehe diese Worte so: Jesus sagt zu uns: "Wenn ihr mir nachfolgt, dann kann es gar nicht anders sein, als dass euer Leben und euer Glauben für andere Menschen wichtig wird. So wichtig wie das Salz, so wichtig wie das Licht."

Christen wissen nämlich: Das Leben ist nicht einfach ziel- und sinnlos. Jesus hat gesagt, dass wir in Gott einen himmlischen Vater haben, der uns lieb hat. In diesem Licht dürfen wir leben. Auch hat uns Gott, unser Schöpfer, nicht einfach in diese Welt hineingeworfen nach dem Motto: "Und nun sieh zu, wie du fertig wirst. In 60 bis 90 Jahren sehen wir uns wieder und dann wird abgerechnet." Nein, Gott will uns mit seiner Kraft und Liebe begleiten. Das wird deutlich an dem Leben von Jesus. Und wer mit Jesus unterwegs ist, dessen Leben ist auch jetzt schon von Gottes Kraft und Liebe umschlossen - selbst dann, wenn er mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Darin also besteht die Leuchtkraft unseres Lebens, dass wir von der Liebe Gottes weitersagen - so wie Jesus das auch getan hat.

Das bedeutet aber nicht, dass Christen zu allem "Ja und Amen" sagen. Sie sind Salz der Erde, nicht der "Honig der Welt". Es ist nicht unsere Aufgabe, bei alteingefahrenen Ansichten immer nur abzunicken und beispielsweise zu sagen: "Du hast ja so recht, wenn du über die heutige Jugend herziehst. Der liebe Gott ist da auch ganz deiner Meinung. Bleib wie du bist. Ändern müssen sich immer nur die anderen." Nein, wir sind nicht der klebrige Zuckerguss für diese Welt. Das Salz hat eine reinigende Kraft. Manchmal beißt es auch.

"Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt." Jesus verlangt damit von uns nichts Unmögliches. Als seine Nachfolger sind wir es und deshalb sollen wir es auch sein. Unsere Aufgabe besteht einfach darin, mit Gott in Verbindung zu stehen, nach seinem Willen zu fragen und zu versuchen, konsequent an unserem Ort nach seinem Willen zu leben. Das wird Auswirkungen haben. Es ist so wie bei einer Stadt, die auf einem Berg liegt und einfach nicht übersehen werden kann. Jesus mag bei dieser Stadt an Jerusalem gedacht haben. Zu dieser Stadt Jerusalem, der "ir ha schalom", der "Stadt des Friedens", pilgern ja auch heute noch viele Menschen, weil sie hoffen, dort Gott zu begegnen. Solche Menschen will Jesus aus uns machen, die in seinem Licht leben und sein Licht weitergeben.

Liebe Hörerinnen und Hörer, ich wünsche Ihnen in dieser Woche einige lichtvolle Momente.

Audiobeitrag Salz und Licht


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