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Hören und Tun
Liebe Hörerinnen und Hörer! In den zurückliegenden Andachten habe ich jeweils über einen Abschnitt aus der Bergpredigt von Jesus nachgedacht.
Jesus beendet die Bergpredigt mit den Worten (Mt 7,24-27):
Sprecherin: "Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet. Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, da fiel es ein, und sein Fall war groß."
Jesus spricht hier in einer bildhaften und anschaulichen Weise - vom Bau unseres Lebenshauses. Zu Anfang haben uns andere beim Bau unseres Lebenshauses geholfen. Da ist die Mutter, die den kleinen Jungen bei der Geburt glücklich in ihre Arme schließt. Mit ihrer Liebe umhegt sie den kleinen Erdenbürger und sorgt dafür, dass er "groß und stark" wird. Der Vater erzählt dem Kleinen von seiner Arbeit im Büro. Die ältere Schwester begleitet ihn eines Tages zu seinem ersten Schultag. Der Dorfschullehrer müht sich redlich, seinen Schützlingen das Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen. Der kleine Junge wird älter und nimmt den Bau seines Lebenshauses mehr und mehr in die eigene Hand: Der erste Anzug zur Konfirmation, die erste Tanzschulstunde, der erste Kuss. Dann geht es in die Fremde. Studium auf Lehramt in einer schönen Universitätsstadt, Referendariat und Abschluss des Lehrer-Examens. Die Hochzeit mit Rita, das erste Auto, zwei gesunde Kinder. Wo ist nur die Zeit geblieben? Schon werden einige Zimmer des Lebenshauses nicht mehr benutzt: Die Kinder sind längst aus dem Haus gegangen. Im vergangenen Jahr musste er seine Frau beerdigen. Wie geht es weiter mit dem Lebenshaus?
Ich finde es tröstlich, dass Jesus auch von den Stürmen spricht, die immer wieder unser Lebenshaus bedrohen. Dort tritt auf einmal eine unheilbare Krankheit auf. Da steht eine Firma vor dem Ruin und muss ihre Mitarbeiter entlassen.
Es ist ein wirklich guter Rat, ein göttlicher Rat, wenn Jesus uns sagt: "Sieh zu, dass du dein Haus auf einen Felsen gründest." Und weiter sagt Jesus: "Meine Worte sind dieses Fundament." Wie selbstverständlich kommen seine fundamentalen Worte an den entscheidenden Stellen unseres Lebens zur Sprache: bei unserer Taufe, zu unserer Konfirmation, bei unserer Trauung und eines Tages auch bei unserer Beerdigung. Wer spürt es denn nicht, dass da ein fundamentaler Unterschied besteht zwischen den Worten von Jesus und den Worten, die wir Menschen sagen können?
Denn seine Worte sind jenseits aller Stürme verankert, die jemals über uns hereinbrechen können: nämlich in Gottes unbegrenzter Wirklichkeit. Und Jesu Worte reichen mitten hinein in unser Leben, in unser Planen und Bauen, in unser Scheitern und Versagen.
Wenn die Worte Jesu das Fundament bilden, gelingt der Bau unseres Lebenshauses. Es ist ein Haus, in dem ich als Kind leben kann und noch als alter Mensch. Nicht einmal der letzte Ansturm des Todes kann ihm etwas anhaben. Es ist ein Haus, das ewigen Bestand hat.
Hören und Tun
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