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Gott tritt nicht nach
Jeder erinnert sich wohl an ein paar Situationen im Leben, bei denen er am liebsten im Boden versunken wäre.
Die auch Jahre später noch so super peinlich sind, dass man sie wirklich aus dem Gedächtnis streichen würde. Meistens funktioniert das nicht, und das ist vielleicht auch ganz gut so. Denn Peinlichkeit hat ja oft auch einen Lerneffekt: Man erkennt, dass man sich daneben benommen hat, oder man merkt, dass man was falsch gemacht hat.
Um Peinlichkeit und das Erkennen von Fehlern geht es auch in der uralten Geschichte von den ersten Menschen: Adam und Eva. Die leben in einem paradiesischen Garten, und Gott gibt ihnen nur eine einzige Regel: Esst nicht von dem Baum in der Mitte des Gartens. Natürlich tun sies doch, und kaum haben sie von den verbotenen Früchten genascht, ist ihnen ihr Fehler auch schon peinlich. Plötzlich fällt ihnen nämlich auf, dass sie nackt sind. Also basteln sie sich einen Lendenschurz aus Blättern und versuchen, sich vor Gott zu verstecken. Doch Gott findet sie und wirft sie aus dem schönen Garten hinaus.
Dann aber passiert was Interessantes: Weil Adam und Eva sich schämen, nackt herumzulaufen, macht Gott ihnen Anziehsachen aus Fell und streift sie ihnen über. Er nutzt ihre unangenehme Lage nicht auch noch aus, sondern hilft ihnen, darüber hinweg zu kommen.
Ob Adam und Eva sich danach weniger geschämt haben, ist nicht überliefert. Aber es ist zumindest ein netter Gedanke, dass mir zumindest vor Gott nichts wirklich peinlich sein muss.
Sprecher: Michael Birgden
Gott tritt nicht nach
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