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Sorgensteinhaufen
Überall stehen sie am Wegesrand. Steinhaufen. Ich frage mich, was die da alle machen! Aber meine Sorge, dass der Jakobsweg,
der mich als Pilgerin nach Santiago de Compostela führt, nicht gut genug ausgeschildert sei, dass ich mich alle Nase lang verlaufen könne, erweist sich als völlig unbegründet. Überall finde ich das Zeichen der Muschel, das Zeichen für den Jakobsweg: gelbe Muschelkacheln an Hauswänden, graue Muscheln im Asphalt oder eben so eine Art Meilensteine mit eben dieser Muschel drauf, gelbe Muschel auf blauem Grund.
Während ich noch laut rätsele, lacht Nikals neben mir. Ihn habe ich am Abend in der Herberge kennen gelernt. Niklas ist aus Dänemark, 27 Jahre alt, gelernter Koch, grundsympathisch und mein heutiger Wegbegleiter!
Niklas erklärt mir diese Steinhaufen: Manchmal auf dem Weg, wenn man so einsam stundenlang, kilometerweit vor sich hingeht, kommen einem Sorgen, Ärger, dunkle Gedanken hoch und dann nimmt man einen Stein, geht mit ihm ein Stück, vertraut ihm diese Sorgen an und wenn man dann an so einen Muschelmeilenstein kommt, dann legt man den Stein samt den Sorgen, dem Ärger, den dunklen Gedanken dort einfach ab.
Sein Lächeln wird breiter: Ich habs ausprobiert, es klappt! Ich gucke Niklas an, ich gucke die Steine an: Wie schwer müssen diese Steine wohl sein voll von Sorgen. Aber doch abgelegt auf dem Weg.
Sprecherin: Christiane Birgden
Sorgensteinhaufen
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