|
Gedopt
War die Leistung echt oder war er oder sie gedopt? Die Frage stellt sich mittlerweile bei jedem sportlichen Erfolg.
Offensichtlich hat sich der Hochleistungssport immer mehr zu einem Katz-und-Maus-Spiel zwischen skrupellosen Ärzten und findigen Dopingjägern entwickelt. Warum wird überhaupt gedopt? Immer geht es doch darum, die Grenzen, die uns unser Körper setzt, zu überwinden oder besser noch: auszuhebeln.
Manipuliert wird ständig, nicht nur im Profisport. Und immer kostet es Geld, wenn man sich nicht mit Mittelmäßigkeit begnügen will. Das fängt schon in der Schule an: Kai ist nicht so schlau, aber seine Eltern sind reich. Mit der entsprechenden Schar von Nachhilfelehrern wird auch er das Abitur bekommen.
Denise und Sylvia sind etwas flachbrüstig. Aber gegen das nötige Kleingeld verschreibt ihnen der Hausarzt eine Hormontherapie. Da steht der Modelkarriere nichts im Wege.
Auch ich greife lieber zur Kopfschmerztablette, statt auf meinen Körper zu hören. Eigentlich manipulieren wir ständig an uns herum und ignorieren unsere Grenzen. Seltsam, dass wir von den Athleten die reine authentische Leistung fordern.
Eine Athletin hat in einem Interview gesagt: Wer will, dass nicht gedopt wird, muss sich mit menschlichen und das heißt eben auch mittelmäßigen Leistungen zufrieden geben. Und die lägen vermutlich weit unter den gefeierten Siegen.
Sie hat recht. Und das heisst für mich: Mich auch über meine mittelmäßigen Leistungen zu freuen.
Sprecherin: Christiane Birgden
Gedopt
|