Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

12.09.08, Jönk Schnitzius

Was hilft

Viele sagen – der Glaube an Gott hilft, andere meinen: alles nur Einbildung. Placebo für die Seele. Wenn man Tabletten nimmt, in denen kein Wirkstoff ist,

und die dennoch helfen. Smarties statt Pillen. Menschen geht es plötzlich besser, Schmerzen verschwinden, das Knie ist wieder belastbar, der Rücken schmerzfrei, der Kopf beweglich. Und das alles wegen nix, quasi. Alles, weil Menschen, offensichtlich glauben, dass es ihnen hilft.

Lange Zeit erklärte man den sogenannten Placebo Effekt mit der Gutgläubigkeit der Menschen, wobei ich mich in diesem Zusammenhang frage, ob damit nicht eigentlich Blödheit gemeint war. Nach dem Motto: alles nur Einbildung, die Leute glauben halt, das es hilft.

Interessant finde ich nun, das man hirnorganisch zeigen kann, das die sogenannte Einbildung oder der Glaube tatsächlich im Hirn Stoffe auslöst, die der Körper zur Heilung oder Schmerzlinderung braucht. Mit anderen Worten: Glauben wirkt. Und das kennt man doch: Es macht eben einen Unterschied, ob ich glaube, dass es einen Weg gibt, auch dann wenn ich ihn im Augenblick nicht sehen kann, oder eben nicht.

Es verändert meinen Tag, wenn ich glauben kann, das ich als einmaliger Mann Gottes, wie alle anderen Menschen auch in dieser Welt erwünscht bin. Spinnerei? Weichspülgang statt Realität? Es geht um die Frage: Wie begegne ich dem, was ist? Dieses „wie“ verändert das, was ist bereits. Also: Glaube hilft. Die Frage heißt nur: woran.

Sprecherin: Christiane Birgden

Audiobeitrag Was hilft


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