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.. der Kleine, der isst sie alle auf
Das ist der Daumen. Der schüttelt die Pflaumen. Der liest sie auf. Der bringt sie nach Haus. Und der Kleine, der isst sie alle auf.
Die alten Fingerspiele habe ich jetzt wieder neu entdeckt. Unsere Enkelin ist gerade ein Jahr alt geworden und inzwischen staunt sie über ihre eigenen Finger, die so viel bewirken können. Um ihren kleinen Finger wickelt sie nicht nur die Großeltern, sondern auch Onkel, Tanten und natürlich - ihre Eltern. Und wenn man ihr den kleinen Finger reicht na ja -, dann greift sie zu, nimmt gern die ganze Hand oder auch den ganzen daran hängenden Menschen, und bringt ihn genau da hin, wohin sie ihn haben will.
Die Kleinen verdienen diese besondere Beachtung. Wir müssen uns auf sie einlassen. Sie dürfen uns ver-führen. Sie entdecken Neues und lassen uns Altes neu entdecken. Manches, das wir seit Jahren nicht mehr beachtet haben. Sie müssen uns leiten können, die Kleinen. Und sie brauchen unsere Aufmerksamkeit, unsere Unterstützung, Hilfe, Begleitung. Das ist der Daumen. Der schüttelt die Pflaumen. Der liest sie auf. Der bringt sie nach Haus. Und der Kleine, der isst sie alle auf.
Nicht zufällig isst der Kleine sie alle auf. Er braucht nicht nur Pflaumen, um groß und stark zu werden. Die Großen schütteln, lesen auf, bringen nach Haus. Sie bereiten zu und vor, damit der Kleine sich satt essen kann. Die Erwachsenen bringen Leistungen zugunsten der Kleinen damit die groß werden können. So soll es sein. Das gehört zum Generationenvertrag. Der allerdings funktioniert in unserer Gesellschaft nur sehr bedingt. Es gibt viel zu wenig Kinder in unserem Land. Und viel schlimmer die wenigen bekommen längst nicht immer das, was sie brauchen.
Sprecher: Lasst die Kinder zu mir kommen und schickt sie nicht weg. Denn ihnen gehört das Himmelreich. Und wer das Reich Gottes nicht annimmt wie eins dieser Kinder, der wird nicht hinein kommen.
Das sagt Jesus zu seinen Mitstreitern. Auch damals waren die Kleinen nicht immer willkommen. Sie störten die Kreise der Erwachsenen mit ihrem Kinderkram. Jesus sagt: Lasst die Kinder zu mir kommen. Ihnen steht mehr zu als nur der kleine Finger. Sie haben ein Recht auf die ganze Person, auf ungeteilte Liebe. Ihnen gehört das Himmelreich. Nehmt das endlich wahr. Begreift es. Den Zugang dazu könnt ihr ihnen nicht versperren Gott sei Dank. Aber auch zu den Gütern dieser Welt müssen sie Zugang haben. Es ist ein Skandal, dass 14% der Kinder in unserem Land in Armut leben; in Wirklichkeit ist es wohl schon jedes 5. Kind. Armut ist ein Teufelskreis, eins zieht das andere nach sich: schlechte Ernährung, vernachlässigte Gesundheit, fehlende Bewegung, isoliertes Wohnviertel, mangelnde Förderung, schlechte Bildung, kein Abschluss, wenig Geld.
Im Kinderreim sind die Großen für die Kleinen da. Wenn die Kleinen aber nur noch zuschauen dürfen, wie die Großen ihren kleinen Finger vornehm beim Genießen abspreizen, dann stimmt die Welt nicht mehr. Lasst die Kinder zu mir kommen. Ihnen gehört das Reich Gottes. Das muss zu spüren sein in einem Land, das im Grundgesetz an die Verantwortung vor Gott erinnert!
.. der Kleine, der isst sie alle auf
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