Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

29.08.08, Jönk Schnitzius

Rache

Es fängt klein an. Rache ist: Diesen Idioten, der mit seinem Wagen vorhin noch so dicht aufgefahren ist, auf gar keinen Fall jetzt, wo es einspurig wird, einfädeln lassen.

Auf gar keinen Fall.

Rache ist: Den Anderen auf der Arbeit ruhig erzählen, was schief läuft – bei dem Kollegen.Und da darf es dann auch mal ein bißchen mehr sein.
Gemobbt wird schließlich nicht mit Samthandschuhen.
Einfach, weil der auch immer allen erzählt, was bei mir nicht klappt.

Rache ist: Schmerzen heimzahlen, Schaden zufügen, demütigen.

Die Rache ist: Mein. Sagt Gott.
Rache ist meine Angelegenheit – nicht deine; Mensch!

In der Bibel beten Menschen dafür, daß Gott ihren Feinden die schlimmsten Dinge antut. Das Gott sie rächt.
Gott soll Schmerzen heimzahlen, Schaden zufügen, demütigen.
Gott – nicht der Mensch selbst.

Es ist eben ein Unterschied, ob ich rächend sage:
Der sollte mal so richtig auf die Nase fallen, oder ob ich ihm tatsächlich ein Bein stelle.

Rache ist süß, sagt man.
Stimmt.
Solange ich sie denke oder sage.
Tue ich sie, wird es bitter.

Sprecherin: Christiane Birgden


 

 

Audiobeitrag Rache


Druckversion

Suche

Sendungen der Woche

Sendungen am Sonntag

Sendungen im Fernsehen