Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

30.08.08, Jönk Schnitzius

Beten

Es gab nur noch einen Knall. Der Wagen vor ihnen war plötzlich ausgeschert.

Sie waren mit dem Auto unterwegs. Die Tochter. Die Eltern. Die ganze Familie.
 „Als wir dann ausgestiegen sind, habe ich nur noch mein
Kind festgehalten und habe erstmal gebetet.
Das war das erste, was ich getan habe.
Mich bei Gott bedankt“, erzählt mir eine gar nicht so fromme Freundin.
Klar, dachte ich.
Kann man doch verstehen, daß man sich bei Gott bedankt, weil es noch mal so eben gut gegangen ist.

Es ist merkwürdig mit dem Beten.
Die meisten haben in ihrem Leben schon gebetet, oder würden mit hoher Wahrscheinlichkeit in Notsituationen beten.
Die Wenigsten reden darüber.
Dass sie noch mit Gott rechnen.
Keine Ahnung was da so genau passiert.
Aber Eines ist klar: wer betet hört auf sein eigener Gott zu sein.

Die Freundin mit dem glimpflichen Unfall, konnte Gott danken.
Und wenn es nicht gut geht?

Wenn alle Schutzengel scheinbar schlafen, wenn das Schlimmste passiert?

Ich glaube dann heißt beten, Gott anzuklagen:
Was soll das? Wo warst du? Warum ich? Warum?

Beten heißt: nicht allein bleiben.
Gott hört zu.

Sprecherin: Christiane Birgden

 

 

 

 

 

 

 

 

Audiobeitrag Beten


Druckversion

Suche

Sendungen der Woche

Sendungen am Sonntag

Sendungen im Fernsehen