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sich einmischen
Zivilcourage wird gebraucht: Nicht wegzuschauen. Sich einmischen. Den Mund aufmachen. Für die ganz Mutigen: auch eingreifen.
Wenn Kindern Gewalt angetan wird, durch Vernachlässigung oder Schläge, wenn Jugendlichen oder älteren Menschen Gewalt angedroht wird, wenn eine Anmache unerträglich wird.
Zivilcourage ist das, was Leben retten kann - und hilft, das eine Gesellschaft nicht versinkt im: man kann ja sowieso nichts machen. Ich kann ja sowieso nichts machen. Denn die Zeche zahlen die jeweils Schwächeren. Manchmal mit Geld, oft mit tiefer Angst, und - Gott sei es geklagt auch mit ihrem Leben.
Da ist Zivilcourage dringend nötig, um den zu schützen, der momentan schwach ist. Und Zivilcourage kann man lernen. Z.B. durch Kurse, die das Selbstbewußtsein stärken. Wenn Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder fühlen und sagen lernen: das lasse ich nicht mit mir machen! bewirkt das mindestens zweierlei. Erstens werden sie selber höchstwahrscheinlich sehr viel seltener zu Opfern. Und zweitens werden diese Menschen Andere leichter unterstützen können, wenn es die Situation erfordert.
Christen kann ihr Glaube helfen Zivilcourage zu zeigen. Im Vertrauen darauf, das Jesus diesen Weg mitgeht. Auch in die Gefahr. Fürchtet euch nicht! hat er gesagt. Das gilt, so glaube ich, auch bei dem Risiko sich einzumischen. Nachfolge konkret. Sozusagen.
Zivilcourage kann man wohl am eindrücklichsten lernen durch Vorbilder. Folgende fast unvorstellbare Geschichte berichtet davon. Eine junge Frau steht auf der Dachterrasse eines Rathauses und will sich das Leben nehmen. Passanten beobachten dies und es sammelt sich in kurzer Zeit eine große Menschenmenge. Unter ihnen ein Gruppe Jugendlicher. Sie sind die Ersten, die der verzweifelten jungen Frau zurufen: Nun spring doch endlich! - Keiner sagte etwas dagegen. Und so riefen sie immer wieder: Nun spring doch!
Es war eine Gruppe von Obdachlosen , die einschritt. Sie versuchten die Jugendlichen zum Schweigen zu bringen. Erst fliegen Worte, später Fäuste. Die anrückende Polizei beendete die Massenschlägerei unter großer Mühe.
Nach einigen Stunden entscheidet sich die Frau zu leben. Und verläßt das Dach. Gott sei dank! Erschreckend niederträchtig von der Menge, solange zu schweigen und wirklich couragiert von den Obdachlosen. Beispielhaft wie ich meine. Und ziemlich nach dran, an dem wenn Jesus sagt: Was ihr einem meiner geringsten, oder momentan schwächsten Brüder oder Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan. Und manchmal sind es die sog. geringsten Brüder und Schwestern selbst, die zeigen wie das geht mit der Zivilcourage.
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