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Kommt mit Gaben und Lobgesang (eg229)
Autor: Ich habe schon sehr oft Abendmahl gefeiert, liebe Hörerinnen und liebe Hörer. Auf unterschiedliche Weise. Aber damals war ich richtig überrascht.
So fröhlich, so schwungvoll hatte ich die Abendmahlsfeier noch nicht erlebt: Mit Gaben kamen sie zum Altar, brachten Früchte ihrer Ernte vor Gott voller Dank, dass er Leben schenkt. Mit Lobgesang kamen sie zum Tisch des Herrn. Das war vor Jahren bei einem Besuch in Tanzania. Schwarze und Weiße begegneten sich. Gottes Nähe war zugesagt in Brot und Wein und diese Klänge und Rhythmen führten uns zusammen, Schwarze wie Weiße.Inzwischen sind solche Klänge auch in unseren Gottesdiensten zu hören. Manchmal ebenso fröhlich wie in Tanzania oder in Lateinamerika, manchmal etwas schwerer und getragener.
Choral: Kommt mit Gaben und Lobgesang, jubelt laut und sagt fröhlich Dank: Er bricht Brot und reicht uns den Wein, fühlbar will er uns nahe sein. Erde, atme auf, Wort, nimm deinen Lauf! Er, der lebt, gebot: Teilt das Brot.
Autor: Erde, atme auf. Wort, nimm deinen Lauf! Nicht nur musikalisch trägt dieses Lied das Wort weiter, überwindet Grenzen, verbindet Völker und Kulturen: Der Text stammt von Fred Kaan, aus den Niederlanden; ins Deutsche übersetzt hat ihn Detlev Block. Die Melodie kommt aus Jamaica; es ist ein Volkslied. Doreen Potter geboren in Panama, aufgewachsen in Jamaica, Musikerin in England und schließlich in der Schweiz, hat Text und Melodie zusammen gebracht. Ein wirklich grenzen-loses, ökumenisches, erdumspannendes Lied, das uns mit seinem Rhythmus in die Glieder fährt und mit seiner Lebendigkeit ansteckt. Ein Lied, das uns aus der Erdenschwere holt: Erde, atme auf! Und mit dem, was die Erde hervorbringt, versorgt Gott seine Geschöpfe täglich. Er bricht das Brot, er reicht den Wein. Er schenkt uns aus seiner Fülle. Gott gönnt uns sich selbst. Fühlbar will er uns nahe sein. Nicht nur der kleinen Abendmahlsgemeinde am Sonntagmorgen, wirklich allen, seinen Kindern in dieser Welt der Erde selbst. Er will, dass alle teilhaben.
Choral: Christus eint uns und gibt am Heil seines Mahles uns allen teil, lehrt uns leben von Gott bejaht. Wahre Liebe schenkt Wort und Tat. Erde, atme auf, Wort, nimm deinen Lauf! Er, der lebt, gebot: Teilt das Brot!
Autor: Das Abschiedsmahl, das Jesus mit seinen Jüngern feierte, war wohl nicht fröhlich. Feierlich wird es gewesen sein. Sie feierten das Passahmahl, Erinnerung an die Befreiung aus der Knechtschaft in Ägypten und das stimmt dankbar. Aber ungebrochene Fröhlichkeit, wie die karibische Melodie sie uns vermittelt, kam damals nicht auf. Zu sehr drängte der Tod sich an diesem Abend ein. Und doch wurde dieses Mahl das Mahl zum Heil. Christus eint uns und gibt am Heil seines Mahles uns allen teil sogar denen, die sich nicht als würdig erweisen; sogar denen, die ihn verlassen und verraten. Verrat und Tod behalten nicht das letzte Wort. Kommt mit Gaben und Lobgesang. Das Mahl des Heils lässt Menschen tanzen, ich sehe sie lachen, ich spüre ihre Freude; es ist die Feier des Lebens. Auch ich darf kommen. Ich werde gestärkt und sage es weiter: Er lebt! Nicht Elegie, nicht Requiem ein lebendiges, ein fröhliches Lied!
Choral: Jesus ruft uns. Wir sind erwählt, Frucht zu bringen, wo Zweifel quält. Gott, der überall zu uns hält, gibt uns Wort und Brot für die Welt. Erde, atme auf, Wort, nimm deinen Lauf! Er, der lebt, gebot: Teilt das Brot!
Autor: Er lebt. Er hat uns erwählt. Er ruft uns. Er hält zu uns. Schwarze und Weiße, Große und Kleine ja, auch Kindern feiern das Mahl des Herrn. Erde, atme auf, Wort, nimm deinen Lauf! Wie beim Fest, so auch im Alltag: Er, der lebt, gebot: Teilt das Brot. Brot für die Welt. Die Welt braucht Brot und keine Waffen. Das Abendmahl steckt uns an, auch im Alltag mit anderen zu teilen, was wir sind und was wir haben. Und das grenzen-lose Lied gibt uns dazu den richtigen Schwung. Vor 40 Jahren hat der Theologe und Pfarrer Helmut Gollwitzer gesagt:
Sprecher: Gäbe es unter uns hier eine Masse von Verhungernden, so brächten wir es doch hoffentlich nicht fertig, Kirchen und kirchliche Gebäude mit dem unter uns üblich gewordenen Kostenaufwand zu errichten, bevor diese Gemeindeglieder wenigstens vor dem Hungertod gerettet sind. Das Abendmahl sagt: die da draußen hungern, sind auch eure Gemeindeglieder! Sie stehen euch nicht ferner als die, die in eurer Parochie wohnen. Unwürdiges Essen und Trinken des Leibes und Blutes Christi geschieht nach Paulus dann, wenn der eine hungert und der andere voll ist. So hat jedes Abendmahl mit der Entwicklungshilfe zu tun.
Eine jamaikansche Musik, ein niederländischer Texter und ein deutscher Übersetzer, all das trägt dazu bei, aufeinander zu achten, wenn wir uns beim Abendmahl geschwisterlich mit allen Menschen dieser Erde verbinden. Und daraus die Gewissheit gewinnen: Wir sind durch Gott so reich beschenkt, dass unsere Freude nur größer wird, wenn wir teilen, was wir sind und was wir haben.
Choral: Kommt mit Gaben und Lobgesang, jubelt laut und sagt fröhlich Dank: Er bricht Brot und reicht uns den Wein, fühlbar will er uns nahe sein. Erde, atme auf, Wort, nimm deinen Lauf! Er, der lebt, gebot: Teilt das Brot.
Christus eint uns und gibt am Heil seines Mahles uns allen teil, lehrt uns leben von Gott bejaht. Wahre Liebe schenkt Wort und Tat. Erde, atme auf, Wort, nimm deinen Lauf! Er, der lebt, gebot: Teilt das Brot!
Jesus ruft uns. Wir sind erwählt, Frucht zu bringen, wo Zweifel quält. Gott, der überall zu uns hält, gibt uns Wort und Brot für die Welt. Erde, atme auf, Wort, nimm deinen Lauf! Er, der lebt, gebot: Teilt das Brot!
Das war Kirche in WDR 3 mit Präses Alfred Buß aus Bielefeld über den Choral Kommt mit Gaben und Lobgesang Es sang der Chor Amici cantandi unter der Leitung von Majka Wiechelt.
Kommt mit Gaben und Lobgesang (eg229)
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