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Rechte Hilfe
Ich bin Mitglied in einem Straßenkinder-Projekt. Eine kleine Initiative, die sich um Kids in Südafrika kümmert. Unsere Mitgliederzahl ist überschaubar:
eigentlich besteht der ganze Verein aus einem weitläufigen Freundes- und Bekanntenkreis. Die Arbeit wird aus Spenden finanziert, und jeder hilft mit, wie er eben die Zeit findet.
So läuft das normalerweise. Doch vor ein paar Wochen war auf einmal eine Riesensumme Geld auf unserem Vereinskonto. Die größte Spende, die je einer eingezahlt hat. Wir haben uns sehr gefreut darüber, waren aber auch ein bisschen verunsichert. Keiner wusste, woher das Geld stammt und warum gerade wir es bekommen haben.
Irgendwann hat sich dann ein Geschäftsmann als Spender geoutet. Ein ziemlich windiger Typ, der schon öfter mit seiner rechtslastigen Meinung aufgefallen ist. Der wollte nun seine Spendenquittung haben.
Wir haben lange überlegt, wie wir mit dieser Situation umgehen. Die Spende annehmen, Augen zu und durch? Oder das Geld zurückgeben, weil wir mit so einem Spender nichts zu tun haben wollen?
Der hat doch nur überwiesen, weil seinen Ruf mit uns aufpolieren will, sagten die einen. Vielleicht meint er es ja ernst und will wirklich helfen, argumentierten die anderen.
Wir haben schließlich abgestimmt und das Geld behalten. Ganz wohl war uns nicht dabei. Aber den Kindern, die irgendwo in Südafrika auf der Straße leben, ist es vermutlich egal, wer ihr Essen zahlt oder ihre Medikamente.
Sprecher: Michael Birgden
Rechte Hilfe
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