Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

02.08.08, Pfarrer Dr. Gerd Höft (Choralandacht)

"Danket dem Herrn" (eg 333)

Sprecherin: Danket dem Herrn; denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich (Psalm 118,1)

Choral: Danket dem Herrn! Wir danken dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich, sie währet ewiglich, sie währet ewiglich.

Sprecherin: Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. (Psalm 103,1+2)

Choral: Lobet den Herrn! Ja, lobet den Herrn auch meine Seele; vergiss es nie, was er dir Guts getan, was er dir Guts getan, was er dir Guts getan!

Autor: Das lässt sich doch hören! Zwei Strophen eines  frischen Dankliedes und als Textgrundlage Verse aus den Psalmen. Carl Friedrich Wilhelm Herrosee verdanken wir diesen Choral, 1810 hat er ihn wohl geschrieben und Karl Friedrich Schulz hat ihn noch im gleichen Jahr vertont. Was nicht verwundern muss, da beide zu dieser Zeit in Züllichau an der Oder Dienst taten. Herrosee als Superintendent, das ist ein geistlicher Leiter eines Kirchenbezirks,  und Schulz als Musiklehrer. 

Ich glaube, den beiden ist es damals richtig gut gegangen. Ein solcher Choral entsteht in der Regel nicht, wenn die eigenen Lebensumstände widrig sind; er klingt auch nicht so, wie man gegen die Lebensangst ansingt; was ja auch vorkommen kann. Das berühmte Pfeifen im dunklen Keller. Nein: die Auswahl der Psalmen und die Melodie verraten mir eine dankbare Lebensfröhlichkeit und dass beide wissen, wem sie das zu verdanken haben: Gott, der sie zuallererst danken und loben lässt. Einem Gott, der freundlich ist, gütig und Gutes tut jedermann. So eingestimmt, geht auch mir das Herz auf.

Sprecherin: Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen. Wach auf, meine Seele! Wach auf, Psalter und Harfe! Ich will das Morgenrot wecken. Ich will dir danken, Herr, unter den Völkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten. Denn deine Gnade reicht so weit der Himmel ist, und deine Treue, so weit die Wolken gehen. (Psalm 108, 1-5)

Choral: Sein ist die Macht! Allmächtig ist Gott; sein Tun ist weise, und seine Huld ist jeden Morgen neu, ist jeden Morgen neu, ist jeden Morgen neu.

Autor: Ich höre ja gelegentlich, wir Deutschen wären Weltmeister im Jammern und Klagen und Angsthaben. Und so ganz von der Hand zu weisen ist das ja auch nicht. Aber manchmal verändert das auch unser Gottesbild. Gott kriegt dann auch miesepetrige Züge, wird überstreng und kleinkariert und ist von Willkür nicht frei. Wie gut, dass es die Psalmen gibt und einen Mann wie Karl Friedrich Wilhelm Herrosee, der aus Psalmversen einen Choral dichtet und einen Musiklehrer wie Karl Friedrich Schulz, der dazu eine beschwingte Melodie schreibt.

Choral: Groß ist der Herr; ja, groß ist der Herr; sein Nam ist heilig, und alle Welt ist seiner Ehre voll, ist seiner Ehre voll, ist seiner Ehre voll.

Sprecherin: Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: der dir alle deine Sünden vergibt und heilt alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit, der deinen Mund fröhlich macht und du wieder jung wirst wie ein Adler. Der Herr schafft Gerechtigkeit und Recht allen, die Unrecht kleiden. Barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er handelt nicht mit uns nach unseren Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missetat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten. So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsere Übertretungen von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten. (Psalm 103,2-13) 

Herr, wie sind deine Werke so groß und viel. Du hast sie alle weise geordnet und die Erde ist voll deiner Güter. (Psalm 104, 24)

Autor: Steinchen für Steinchen wird so zusammengetragen. Es entsteht ganz unter der Hand und leichtfüßig das Bild von einem Gott, der zu Recht meine Liebe und Achtung, meine Ehrfurcht und meinen Respekt hat.

Sprecherin: Ich will den Herrn loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. Meine Seele soll sich rühmen des Herrn, dass es die Elenden hören und sich freuen. Preist mit mir den Herrn und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen! Als ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht.

Choral: Betet ihn an! Anbetung dem Herrn; mit hoher Ehrfurcht werd auch von uns sein Name stets genannt, sein Name stets genannt, sein Name stets genannt.

Autor: Danken, loben, ehren, anbeten: das sind die Stufen hinauf in Gottes Gegenwart. Dort angelangt bleibt uns nur noch das zu tun übrig, was unsere Seele letztlich ins Schwingen bringt: das Singen; das uns hebt über alle Widrigkeiten des Alltags hinweg, das Kummer und Schmerzen in die Schranken weisen kann und über sich hinausweist auf den, der Grund und Ziel allen Lebens ist.

Sprecherin: Lobe den Herrn meine Seele. Ich will den Herrn loben, so lange ich lebe, und meinem Gott lobsingen, so lange ich bin. (Psalm 146,1+2) Singet dem Herrn ein neues Lied. Die  Gemeinde der Heiligen soll ihn loben. Sie sollen loben seinen Namen im Reigen. Mit Pauken und Harfen sollen sie ihm spielen. (Psalm 159,1+3)

Choral: Singet dem Herrn! Lobsinget dem Herrn in frohen Chören, denn er vernimmt auch unsern Lobgesang, auch unsern Lobgesang, auch unsern Lobgesang!

Musik

Autor: Und so greift unversehens eins ins andere: Das Singen und das Loben.

Sprecherin: Lobt Gott in seinem Heiligtum. Lobt ihn für seine Taten, lobt ihn in seiner großen Herrlichkeit! Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! (Psalm 150)

Autor: Und das Loben und die Haltung, die allem zugrunde liegt: der Dank!

Choral: Danket dem Herrn! Wir danken dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich, sie währet ewiglich, sie währet ewiglich.

Lobet den Herrn! Ja, lobet den Herrn auch meine Seele; vergiss es nie, was er dir Guts getan, was er dir Guts getan, was er dir Guts getan!

Singet dem Herrn! Lobsinget dem Herrn in frohen Chören, denn er vernimmt auch unsern Lobgesang, auch unsern Lobgesang, auch unsern Lobgesang!

Das war Kirche in WDR 3 mit Pfarrer Gerd Höft aus Düsseldorf über den Choral “ Danket dem Herrn“. Es sang unter anderem das Solistenensemble unter der Leitung von Gerhard Schnitter.


 

Audiobeitrag "Danket dem Herrn" (eg 333)


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