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Erinnert euch!
Eine kurze Meldung in den Nachrichten: Kinder ertrunken. Wieder sind Kinder ertrunken. Nicht in einem Baggersee oder Schwimmbad.
Das wäre ein - zumindest lokales Erschrecken gewesen und hätte öffentliche Diskussion nach sich gezogen. Diese Kinder starben im Meer.
Zwischen Afrika und Europa, vor der Küste Maltas. 28 Flüchtlinge aus Somalia konnten gerettet werden. Die Kinder und die Übrigen indes nicht. Das Flüchtlingsboot war mit einem riesigen Thunfischkäfig zusammengestoßen und zerbrach auf offener See. Eine kurze Meldung für ein langanhaltendes, grauenvolles Elend. Gehört hat man das schon mal: Das immer wieder verzweifelte Menschen aus Afrika ihr Leben riskieren auf der Flucht über das Meer nach Europa.
Das es jedes Jahr Zehntausende sind, Männer, Frauen und eben auch Kinder, ist leider Gott, sei es geklagt ebenso wahr, wie unfassbar. Und: wir scheinen uns, daran zu gewöhnen. Das Europaparlament hat jetzt auf den anhaltenden Flüchtlingsstrom aus Afrika mit einer gemeinsamen Abschieberichtlinie reagiert.
Vor allem drei Punkte des Gesetzentwurfes haben Kritik geweckt: die Dauer der Abschiebehaft von bis zu 18 Monaten, ein Verbot der Wiedereinreise und strenge Regeln für Familien. Um Asyl zu bitten, ist kein Verbrechen, betont Bjarte Vandvik, vom Europäischen Rat für Flüchtlinge und Exilanten, zusammen mit Amnesty International und kirchlichen Gruppen.
Denn schon heute sitzen Afrikaner, die ihre Flucht überlebt haben und in Deutschland angekommen sind, in sogenannten Gewahrsamseinrichtungen für Ausreisepflichtige, auf deutsch: in Gefängnissen, konkret: in Abschiebehaft.
Ihr Verbrechen: im falschen Land geboren zu sein und der Versuch, Anteil zu gewinnen, an der sogenannten Ersten Welt. Dem Kontinent, wo Milch und Honig fließt, wie es in der Sprache der Bibel heißt. Biblisch ist die Lage eindeutig. Gott gibt Mose klare Anweisungen:
Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben, wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland. Ich bin der Herr, euer Gott. 3.Mose 19, 33,34.
Gegen verschlossene Grenzen hilft nur offenes Erinnern. So verstehe ich das. Gegen eine das Boot ist voll Politik hilft nur das Erinnern, selbst im Boot zu gesessen zu haben: so wie das Volk Gottes auf der Flucht durch die Wüste, wie vielleicht die eigenen Großeltern oder Eltern auf der Flucht in den Wirren des Zweiten Weltkrieges. So wird Heimatlosigkeit weitergegeben. Auch an die Kinder und Kindeskinder. Manche sitzen heute in Häusern und ihr Herz weiß nicht wohin.
In der eigenen Heimat leben zu können und zu dürfen ist nicht selbstverständlich. Viele Millionen können es nicht. Sie brauchen unsere Hilfe, nicht Hartherzigkeit, denn Christen glauben: Zu Gast sind wir auf dieser Welt alle.
Erinnert euch!
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