Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

16.07.08, Christiane Birgden

Tun Sie mal was für sich

Ich sitze in der Bahn und versuche multitaskingmäßig die Termine in meinem aufgeschlagenen Terminkalender zu koordinieren, das Handy zwischen Ohr und Schulter geklemmt,

als ich in einem dieser neuerdings in den Bahnen allgegenwärtigen Werbescreens die Botschaft lese: Tun Sie doch mal was für sich!

Natürlich soll mir danach gleich irgendwas verkauft werden, aber der Satz geht mir nach. Er macht mich aggressiv. Warum? Er meint es ja gut mit mir. Der Satz  macht mich aggressiv, weil jetzt auch noch „was für mich tun“ oben drauf auf die ohnehin schon vollen to do-Liste kommt.

Aber die Idee ist ja im Ansatz nicht falsch. Warum fällt es mir, die ich mich so gern für andere einsetze, so schwer, was für mich zu tun? Ich bin ja auch ein Gotteskind, mir selbst zur Fürsorge anvertraut.

Ich werde dem Aufruf also Folge leisten, aber so wie ich will. Ich werde nichts kaufen und auch nichts tun. Ich werde einfach nichts tun. Wie Gott am siebten Tag der Schöpfung, am Sabbat. Ganz für mich.

Sprecherin: Christiane Birgden

 

Audiobeitrag Tun Sie mal was für sich


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