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Suppe, Seife, Seelenheil
Was braucht ein Mensch, um zu überleben? Er muss ernährt und gekleidet werden und er muss auf seine Gesundheit achten, das Kleine Einmaleins der Hygiene befolgen.
Soviel zu seinem Körper. Aber auch die Seele braucht Nahrung. Spirituelle Nahrung wie z.B. den christlichen Glauben. Also, der Mensch braucht Suppe, Seife, Seelenheil.
Getreu diesem Motto arbeitet eine, wie es heißt christliche Freikirche mit ausgeprägter sozialer Tätigkeit. Die Heilsarmee. Heute feiert sie ihren Geburtstag. Denn am 5. Juli 1865 gründete der Priester William Booth zusammen mit seiner Frau Catherine die Ostlondoner Christliche Erweckungsgesellschaft. Aus ihr entwickelte sich später die Heilsarmee.
William Booth war ein Mann der Bibel und konnte es nicht mit ansehen, wenn Menschen leiden mussten. Ihn quälten vor allem die Zustände im Ostteil seiner Stadt London. Dort, wo die Menschen arm waren, Kinder hungerten, Frauen vergewaltigt wurden und viele alkohol- und drogenabhängig waren. Die Amtskirche hatte sich da schon längst verabschiedet. Ein für Priester William Booth unhaltbarer Zustand. Denn wer sonst, wenn nicht Gott, sollte diesen armen Menschen helfen und Halt geben? Bei wem, wenn nicht bei Gott, war Trost und Geborgenheit zu finden? Jesus Christus war Vorbild dafür, gerade diesen Menschen im Slum zu helfen. Er hat Kranke versorgt und geheilt, hat Hungrigen zu essen gegeben, hat Abhängige von ihrer Sucht befreit und hat sich um Kinder gekümmert. Vor allem aber hatte er keine Scheu, zu den Außenseitern der Gesellschaft zu gehen, sich mit ihnen zu unterhalten, ihnen zu helfen und sich mit ihnen zu zeigen. Damit hat er sich viel Ärger eingehandelt. Diesem Vorbild folgend zogen William und Catherine Booth in den Osten von London, mitten in den Slum.
Die beiden feierten Gottesdienste, mitten im Viertel, in Gassen und vor verrufenen Kneipen. Um die Arbeit gut zu organisieren, bildete sich bald eine Struktur, die der britischen Armee entsprach. Deswegen auch die militärischen Uniformen, Ränge und Symbole. Freiwillige organisierten eine Suppenküche und sorgten somit für das Überleben der Armen. Was beeindruckte, war , dass Männer und Frauen in der Heilsarmee gleichberechtigt waren.
"Solange Frauen weinen und Kinder Hunger leiden müssen, solange Menschen immer wieder ins Gefängnis müssen, solange es Mädchen gibt, die auf der Straße unter die Räder geraten, solange es eine Seele gibt, in der das Licht Gottes noch nicht scheint - will ich kämpfen. Ich kämpfe bis zum letzten Atemzug!" sagte William Booth in seiner letzten öffentlichen Rede. Andere Menschen haben diesen Kampf der Heilsarmee für Notleidende weitergeführt. Heute arbeitet sie in insgesamt 111 Ländern und hat weltweit über zwei Millionen Mitglieder in rund 15.000 Gemeinden. Sie betreibt weltweit Schulen, Sozialinstitutionen und Krankenhäuser. Die Mitarbeiter sind immer noch an ihrer Uniform zu erkennen und begeben sich, wie damals William Booth, in die verruchten Ecken einer Stadt. Mit Suppe und Seife und für das Seelenheil. Um zu helfen und den christlichen Glauben weiterzugeben. Weil sie alle eine Vision haben, dass es notleidenden Menschen besser gehen soll. Auf eine Art und Weise, wie es Jesus Christus getan hat. Als Stellvertreter Gottes.
Suppe, Seife, Seelenheil
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