|
Mobben
O-Ton: An jeder Schule wird gemobbt. Und ich glaube, jeder Schüler, wenn er sich an die eigene Nase fasst, hat auch schon gemobbt.
Sprecher: Sandra, 18 Jahre, packt sich durchaus an die eigene Nase.
O-Ton: In der 7ten Klasse waren zwei Mädels dabei, die haben sich wie zwei Topmodells hervorgehoben. Irgendwann sind die so abgehoben, dass die dann nicht mehr mit uns reden wollten. Dann ging dann das mobben los in der Klasse. Dass wir sie ausgegrenzt haben. Und wir denen dann Sprüche gedrückt haben, wenn die sich dann gemeldet haben. Und ich war dann die große Anführerin.
Sprecher: Erst durch eine Klassenkonferenz wurde das mobben gestoppt.
O-Ton: Man war halt jung, ich habe mich bei ihr entschuldigt. Und jetzt sind wir best friends.
Sprecher: Sandra hat daraus gelernt. Heute würde sie das Problem anderes angehen. Reden, nicht hänseln.
O-Ton: Bei uns ist das aktuelle Thema: Wer hat mehr Geld, wer hat die cooler Klamotten. Wer hat die besten Freunde, wer hat die besseren Noten. Wir sind die 2er Kandidaten, wir wollen mit den 4er Kandidaten nichts zu tun haben. Mobben hört einfach nie auf, ob man 30 ist oder 5. Das ist egal. Das ist nicht relevant.
Sprecher: Sandra rät jeden:
O-Ton: Die Leute erst mal versuchen anzusprechen, die einen mobben. Direkt. Und wenn das nichts bringt, dann zu den Lehrern gehen und dann versuchen eine Lösung zu finden.
Sprecher: Aber auch jeder Mitschüler ist gefragt, wenn er sieht, dass einer von den anderen ins Abseits gedrängt wird. Dann nicht dem Gruppendruck nachgeben, sondern aktiv werden. Nicht die Augen zu machen, wo andere zum Opfer gemacht werden.
O-Ton: Wenn man keine Zivilcourage hat, ist man wirklich tief am Boden.
Sprecher: Michael Birgden
Mobben
|