Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

02.07.08, Mark Christian Pollmeier

Fußball-Verluste

Die Fußball-Europameisterschaft ist zu Ende. Die letzten Fanmeilen sind abgebaut, das Fußballfieber geht langsam wieder runter.

Diese großen Fußballturniere sind ja eigentlich eine nette Sache. Wegen der vielen spannenden Spiele, klar. Aber auch, weil so ein Ereignis etwas sehr Verbindendes hat:

Bekennende Fußball-Muffel werden plötzlich zu Abseitsexperten. In der Mittagspause lästert man mit den Kollegen über den unfähigen Schiri aus dem letzten Spiel. Und abends schleift man den Fernseher in den Garten, baut den Grill auf und trifft sich zum Rudelkucken.

Doch so entspannt sehen das nicht alle. Eine Studie hat ergeben, dass große Sportereignisse der deutschen Wirtschaft schweren Schaden zufügen. Mehrere Milliarden Euro würden vernichtet, weil die Arbeitnehmer im Dienst über Fußball quatschen, statt zu arbeiten.

Ich muss gestehen: Auch ich habe neulich während der Arbeitszeit über Sport geredet. Mal am Kopierer, mal an der Kaffeemaschine. Aber mein schlechtes Gewissen hält sich in Grenzen. Sicher, Unternehmen müssen Geld verdienen, das versteh ich ja. Aber dass jeder Firlefanz immer bloß auf seine Wirtschaftlichkeit geprüft wird – das geht mir schon auf den Geist.

Menschen sind nun mal keine Maschinen. Und wer weiß: Vielleicht hat das Gequatsche über Fußball ja das Betriebsklima verbessert. Das wäre doch ein positiver Effekt der EM. Aber sowas untersucht natürlich niemand.

Sprecher: Michael Birgden

 

Audiobeitrag Fußball-Verluste


Druckversion

Suche

Sendungen der Woche

Sendungen am Sonntag

Sendungen im Fernsehen