Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

03.07.08, Mark Christian Pollmeier

Ehrlich fair

In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Wirbel um den Milchpreis. Die Bauern hatten für die Milch ihrer Kühe so wenig Geld bekommen,

dass sie mit Verlust arbeiteten. Im Grunde hätten sie ihre Milch also gleich wegschütten können, das hätte keinen Unterschied gemacht.

In ihrer Not haben die Bauern irgendwann gestreikt: für eine bessere Bezahlung, für einen fairen Milchpreis. So richtig aufgeregt hat dieser Streik niemanden. Faire Preise, das hört sich doch gut an. Dagegen kann ja niemand was haben.

In Umfragen sind natürlich auch die Verbraucher regelmäßig für faire Preise. Wer ordentliche Ware produziert, soll dafür auch ordentlich bezahlt werden. Gutes Geld für gute Milch also.

Merkwürdig nur, dass sich am Supermarkt-Regal kaum jemand daran erinnert. Dort greifen die meisten Käufer zielsicher zum billigsten Produkt. Fair gehandelte Waren, egal ob Milch, Eier oder Kaffee, haben einen ziemlich kleinen Marktanteil. Auf den Punkt gebracht könnte man sagen: Faire Preise ja – aber zahlen sollen bitte die anderen.

Das Dumme ist bloß, dass es diese „anderen“ nicht gibt. Ob es fair und gerecht zugeht, entscheidet jeder Einzelne mit. Und das ist nicht nur beim Milchpreis so.

Sprecher: Michael Birgden

 

Audiobeitrag Ehrlich fair


Druckversion

Suche

Sendungen der Woche

Sendungen am Sonntag

Sendungen im Fernsehen