Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

16.06.08, Manfred Rütten

Raus aus dem Alkoholsumpf

Bier, Wein, Whiskey oder Wodka - jahrelang hat Joachim alles in sich reingeschüttet, was er kriegen konnte. Erst mit 27 kam er wieder los vom Alkohol.

Ohne seine Selbsthilfegruppe hätte er den Absprung nicht geschafft:

O-Ton: „Ich konnte da über alles reden, was mich betraf. Ich musste zuhören. Das war auch mal was ganz neues für mich, ja ? Also ich bin immer mit einem besseren Gefühl raus gegangen als ich rein gekommen bin. Und das war etwas, was ich vorher nicht kannte und es tat mir einfach gut und deswegen bin ich immer weiter hin gegangen.“

Sprecher: Vor allem seine Beziehungsprobleme konnte Joachim in den Gesprächen endlich aufarbeiten – über seine Gefühle und Ängste reden, statt sie mit Alkohol zuzuschütten. Seit einigen Jahren ist er jetzt trocken – den Besuch bei einer Selbsthilfegruppe kann er nur weiter empfehlen: 
 
O-Ton: „Einfach mal hin zu gehen, auch wenn ich noch nicht den vollkommenen Wunsch habe, mit dem Trinken aufzuhören. Wenn ich merke, ich setze Alkohol bewusst ein, um irgendwelche Stimmungszustände zu erzielen, beziehungsweise Ängste abzubauen, dann ist da schon eine gewisse Gefahr.“ 

Sprecher: In einer Selbsthilfegruppe kann man sich mit anderen Menschen austauschen, die alle das gleiche Problem mit sich herumschleppen. Joachim hat hier z.B. gelernt, dass er für sich selber Verantwortung übernehmen muss:

O-Ton: „Dadurch, dass ich in eine Selbsthilfegruppe gehe, ist ja nicht garantiert, dass sich mein Leben in ein Märchen verwandelt. Sondern es ist immer noch harte Realität teilweise. Und ich muss halt aufpassen, dass ich dankbar bleibe, für das, was ich bekomme im Leben, auch wenn es nicht unbedingt das ist, was ich mir so wünsche, um halt auch da nicht die Gefahr zu haben, wieder in den Alkohol abzugleiten.“

Sprecher: Michael Birgden

 

Audiobeitrag Raus aus dem Alkoholsumpf


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