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"Sorget nicht"
Liebe Hörerinnen und Hörer,der dunkle Sturmtaucher ist ein echter Globetrotter. In diesen Tagen ist er wieder unterwegs. Er fliegt und fliegt und fliegt.
64000 Kilometer können es im Jahr werden, mehr als jeder andere Zugvogel legt er zurück. Zweimal geht es über den pazifischen Ozean, von Neuseeland über Chile nach Japan und dann weiter bis zur Beringsee hoch im Norden. Dort ist er jetzt im beginnenden Sommer angekommen. Wenn es wieder eisig wird, geht es die ganze Erdkugel Richtung Süden wieder zurück, in den neuseeländischen Frühling. Dort legt er ein Ei.
Wer hat dem Sturmtaucher seinen Rhythmus mitgeteilt? Wer zeigt ihm den Weg über das Meer am Tag und hält ihn auf Kurs in der Nacht, wenn nicht Gott, der die Schöpfung weise geplant hat.
In der Bergpredigt im Matthäusevangelium (Matth 6,26) sagt Jesus auch, wir sollen uns keine Sorgen machen. Gott lässt die Natur in ihrer verschwenderischen Schönheit und Weisheit weiter ihren immer gleichen Gang nehmen, er sorgt für großartige Naturwunder wie den Flug des Sturmtauchers und für winzige Details wie Blütenkelche. Seht die Lilien an auf dem Feld in all ihrer Pracht! Wie schön sie sind und herrlich und wie kompliziert aufgebaut. Also: Sorgt euch doch nicht. Gott kümmert sich auch um euch. Noch einmal Jesus in der Bergpredigt: Ihr sollt euch keine Sorgen machen: Was werden wir essen, was trinken, mit was uns anziehen? Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. (Matth 6,31)
Tja, in Zeiten, in denen wir ausspannen können, am Wochenende oder im Urlaub, können wir uns leicht einlassen auf Jesu Antisorgenprogramm und sein Lob der Schöpfung. In sorglosen Zeiten kehrt die Ruhe ein, um über Blumen oder winterliche Eiskristalle oder über Vögel nachdenken zu können.
Aber sonst, im Alltag? Das sagt sich so leicht: Sorget nicht! Die Sorge beschleicht uns schließlich, wenn die Arbeit liegen geblieben ist, oder wenn es überhaupt keine bezahlte Arbeit gibt. Wenn die Beziehungen in der Familie oder in der Freundschaft oder am Arbeitsplatz heimlich kühler geworden sind. Die Sorge setzt sich fest, wenn du die Diagnose hörst im Krankenhaus und dich fragst: werde ich wieder gesund? Gründe sammeln sich genug an, um sich Sorgen zu machen. Dann ist da der Kloß im Hals. Und mag schon sein, dass das sich bei Ihnen einiges an Schwerem und Leidvollem angesammelt hat. Oder auch an Irrwegen und Umwegen - Dinge, die Sie im Nachhinein lieber nicht getan oder angefangen oder beibehalten hätten.
Und trotzdem ist da dieser Sturmtaucher, der unentwegt fliegt und Gott zeigt ihm den Weg. Seht die Vögel an! Jesus, da bin ich sicher, will mit seinem Wort von den Vögeln und den Blumen die Sorgen nicht weg reden und verharmlosen, sondern mit diesem Wort will er uns, denke ich, etwas Luft verschaffen.
Deshalb schaue ich ihnen am Himmel einmal nach, den Vögeln, und gewinne Abstand von meinen Sorgen - ich werde gelassener und manchmal auch glücklich, am Leben zu sein. Die Sorgen sind nicht weg. Aber neben ihnen sind auch Zeichen von Gottes Güte in meinem Leben zu sehen. Ich kann mir meine Sorgen von der Seele reden und Gott wird das hören. Und ich kann ihm meine Hoffnung anvertrauen, dass er meinem Leben wieder eine Richtung gibt, ganz gleich, wo ich gerade bin. Und dass er mir meinen Weg zeigt - wie dem Sturmtaucher.
"Sorget nicht"
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