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"Aufbruch"
Lass uns aufbrechen. Wir gehen los, suchen einen neuen Weg! Das sagt sich so leicht. Erinnern Sie sich an Ihre Aufbrüche? Vom Elternhaus weggehen vielleicht, früher.
Die Koffer packen, winken und losfahren: zur Ausbildung, zur neuen Arbeit, zum Studium. Oder umziehen, mit dem ganzen Hausrat die Wohnung wechseln, das Dorf, die Stadt: ein neues Leben.
Für die einen ist es ein Abenteuer und da ist die Neugierde auf etwas ganz neues und auf die Veränderung: mal sehen, was passiert! Gegenüber dieser Aufbruchsstimmung bereitet solch ein Neuanfang anderen ein mulmiges Gefühl: will ich da überhaupt hin, wo ich hin soll? Wehmut, Abschiedsschmerz, Trauer um den Verlust des alten Zuhauses - das kann Menschen noch lange begleiten, die aufgebrochen sind. Die Sicherheit ist erst einmal verloren, das Leben muss und soll sich ändern, und keiner weiß wie es wird: der Aufbruch ins Krankenhaus, ins Altersheim, der Aufbruch in ein Leben ohne geregeltes Einkommen. Es kann sehr schwer fallen, das Alte und Vertraute und das lieb Gewonnene los zu lassen.
Aufbrüche: mal sind sie eine spannende Herausforderung, mal eine Zumutung. Mit einem Aufbruch fingen in der Bibel die Geschichten mit Gott und den Menschen an. Abraham soll sich aufmachen (1. Mose 12,1-8). Er hört seinen inneren Ruf, Gottes Stimme, ob im Traum, ob am helllichten Tag. Wohin es geht? Das weiß er nicht, er hat keine Ahnung, Gott sagt nur: in ein Land, das ich dir zeigen werde. Geh fort von deinem bisherigen zu Hause, von deinen Verwandten, von deiner Familie.
75 Jahre ist er alt. Von wegen: alte Bäume verpflanzt man nicht. Die Aufbrüche in der Bibel, die Überraschungen kennen kein Höchstalter. In seinem Alter kann und soll er noch einmal von vorne anfangen. Abraham, sagt Gott zu ihm, geh in ein Land, das ich dir zeigen werde. Ich will dich segnen.
Nun, das mit dem Segen ließ sich sehr zögerlich an, wie wir wissen. Abraham lässt das Bekannte los und macht sich auf den Weg. Nur sein Aufbruch ist nicht gerade eine Erfolgsgeschichte. Es gibt Streit mit Lot, Abrahams Neffen. Irgendwann kommt die Karawane zum verheißenen Land Kanaan, nur: wo sollen sie bleiben? Es ist nicht so, dass alle Kanaaniter auf Abraham gewartet hätten und ihn mit offenen Armen empfangen. Abraham zieht mit seiner Frau Sara und mit ihrem Gefolge durch das ganze Land, sie schauen sich alles an, schlagen hier und da ihre Zelte auf. Abraham marschierte keineswegs direkt in das Land seiner Träume; es dauerte seine Zeit, bis er sich in der neuen Umgebung zu Recht fand, und selbst nach einigen Jahren gehörte ihm dort nicht mehr als ein Brunnen. Abraham wird sich die ganze Zeit immer gefragt haben: Wann komme ich eigentlich an auf meiner Reise? Ich bin aufgebrochen, aber wo ist das Ziel, wo bleibe ich?
Da war noch etwas, das Gott ihm versprochen hatte ganz am Anfang: Mach dich auf, hatte Gott gesagt, ich will dich segnen. Abraham fand dann schließlich seinen Ort; im hohen Alter bekamen er und Sara sogar noch einen Sohn. Es war sein Zeichen dafür, dass Gott ihn begleitet hat, als er aufbrechen musste. Dass Gott seine Zusage nicht vergessen hatte: Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein. Ein uraltes Versprechen, das auch uns gilt. Auch wenn es ungewiss ist, wohin uns unsere Aufbrüche führen. Gott ist schließlich überall. Und er hat seinen Segen für uns bereit. Auch dort, wohin wir gehen.
"Aufbruch"
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