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"Annette und Martha"
Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,was Jesus kann, das können wir auch. Sie runzeln die Stirn?
Der Evangelist Matthäus, nach eigener Aussage selber früher einmal ein Jünger Jesu, war dieser Ansicht. Die Leute in der Urkirche schüttelten schon den Kopf. Was Jesus kann, das können wir auch? Sag mal, Matthäus, das glaubst du doch selber nicht. Und da nahm Matthäus diese Geschichte in sein Evangelium auf (Matth 9,35 - 10,5):
Jesus zieht schon eine Weile durch die Städte und Dörfer. Immer lehrt er in den Synagogen. Er erzählt von Gottes Liebe so, dass es die Menschen berührt. Er wendet sich den Kranken zu und enttäuschten Frauen und einsamen Männern. Eines Tages merkt Jesus: Es ist soviel zu tun, es gibt so viele Menschen, die sich nach Heilung sehnen an so vielen Orten, und er überlegt, was er tun kann, um mehr Menschen zu erreichen. Jesus schaut seine Jünger an und sagt zu ihnen: Geht ihr in die Dörfer und Städte und gebt ihr die Botschaft von Gottes Liebe und Treue weiter, mit Worten und Taten. Sagt und zeigt den Menschen: Der Himmel ist nahe, Gott ist nahe. Ich sende euch aus. Ich gebe euch die Kraft dazu.
Die zwölf Jünger schauen sich an. Sie wissen nicht, ob sie das können. Sie sind doch ganz normale Leute. Später werden sie vielleicht einmal berühmt sein und als Apostel in die Geschichte eingehen, aber davon wissen sie nichts. Jetzt, als Jesus sie aussendet, da sind es doch ganz normale Leute, Männer vom See Genezareth in Galiläa in Israel. Sie fangen klein an. Matthäus zählt ihre Namen auf. Petrus und Andreas: Fischer, die nie eine Schule besucht haben und vielleicht nicht einmal lesen und schreiben können.
Jakobus und Johannes: genannt "Donnersöhne", also harte Kerle mit viel Temperament und wenig Geduld. Philippus und Bartholomäus: Zwei unbeschriebene Blätter, über die sonst nichts bekannt ist. Thomas und Matthäus: Der eine Skeptiker und immer vorsichtig, der andere ehemaliger Betrüger und Zolleintreiber außer Dienst. Simon: der junge Revoluzzer und Chaot, der die Römer aus dem Land schmeißen will. Und Judas, der kündigen und ihn verraten wird.
Das sind keine Stars, das sind keine Helden. Das sind Leute, so ähnlich wie du und ich. Die beruft Jesus. Die sendet er aus zu den Menschen. Die Jünger haben Erfolg. Sie wundern sich über sich selbst, aber sie erreichen die Bewohner der umliegenden Dörfer tatsächlich. Sie wachsen über sich hinaus, und Gott gibt ihnen die Kraft dazu.
Und uns würde Jesus heute vielleicht auch berufen und aussenden: Anette und Martha, Tom und Steven, Richard und Anna, Thomas und Katrin, Eva und Sophie, Malte und Kai - ganz gleich wie wir heißen. Wir finden unsere heilenden Kräfte in kleinen Gesten und in handfester Hilfe: Schmerzen lindern, jemanden ermutigen, ihm oder ihr zuhören und andere Gottes Liebe spüren lassen, das können wir auch.
"Annette und Martha"
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