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"Vertrauen"
Liebe Hörerinnen und Hörer!Vertrauen ist wie ein Sessel, in den ich mich zurück lehnen kann. Es stärkt mir den Rücken und ich kann mich wohlig entspannen,
wenn ich weiß: der oder die andere kennt mich und nimmt mich ernst, so wie ich geworden bin und hält zu mir. Kein Versteckspielen, keine Geheimnisse. Das Vertrauen wächst mit der Zeit, aber wie schnell kann es enttäuscht werden und in sich zusammen fallen! So wie das Haus, das Jesus in einem seiner Gleichnisse erwähnt:
Wer meine Worte hört und sie tut, sagt Jesus im Matthäusevangelium, der ist wie ein kluger Mensch, der sein Haus auf Fels baute. Wassermassen und Stürmen hält es stand. Aber wer meine Worte hört und sie nicht tut, gleicht einem Dümmling, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Platzregen fiel und Wasser und Wind an`s Haus stießen, fiel es ein und stürzte zusammen. (Mt 7, 24-27)
Man kann es förmlich hören, wie das auf Sand gebaute Haus im Platzregen in sich zusammen fällt und einstürzt. Und man muss kein Architekt sein, um dieses Bild zu verstehen. Das neue Haus mag noch so teuer und schick, noch so modern und gemütlich sein - wenn das Fundament nicht stimmt, wenn es nicht auf Fels gebaut, also mit dem Boden fest verbaut ist, dann sackt es irgendwann weg, wird unterhöhlt und im Regen fort geschwemmt.
Was beim Häuserbauen einleuchtet, müssen wir in unserem Alltag und in unseren Beziehungen oft mühsam lernen, ob auf dem Schulhof oder am Arbeitsplatz, manchmal auch zu Hause in der Familie und auch in der Kirche. Auf unseren kleinen und großen Baustellen im Leben vergessen wir zuweilen, das Fundament zu legen. Wir verzichten darauf, eine tragfähige Vertrauensbasis zu suchen und auf zu bauen. Die Fassade sieht dann ganz in Ordnung aus, aber solche Beziehungen bestehen die Belastungsprobe nicht. Das Vertrauen wird enttäuscht oder es hat gar keine Chance sich zu entwickeln.
Zum Fundament und zur Basis für wachsendes Vertrauen gehören Einfühlungsvermögen, aufrichtiges Interesse am anderen und Verlässlichkeit. Das Vertrauen wächst in Begegnungen auf Augenhöhe oder in einem offenen Wort mit ehrlichem Gesicht, wie es in einer kirgisischen Redensart heißt. Offen sein und aufrichtig, das ist die Basis für Nähe und Vertrauen. Es kostet Energie und Zeit, das Fundament des Vertrauens zu pflegen und instand zu halten, zum Beispiel durch gemeinsame und regelmäßige Gespräche und Vorhaben.
Manchmal fällt das Haus des Vertrauens aber trotzdem in sich zusammen, ohne dass es repariert werden kann. Und ein gemeinsamer Neuanfang ist dann einfach nicht möglich. Und was nun? Einer begleitet uns dann doch. Gottes Treue ist größer ist als unsere Enttäuschungen. Gott können wir unser Leben anvertrauen. Er ist da, auch wenn wir verletzt sind. Er lässt uns leben und neue Kraft schöpfen und gibt uns immer neue Chancen. Dieser Glaube kann ein Fundament für unser Leben sein und für einen neuen Anfang.
"Vertrauen"
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