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Darwins Glaube
Am Ende war nicht mehr viel da vom Glauben des Charles Darwin. Einmal beobachtete er, dass eine Wespe ihre Eier in lebende Insekten legte und die Nachkommen der Wespe
dann das Wirtstier von innen her langsam auffraß. Kann ein gütiger Gott solche grausame Natur erschaffen haben? Später als Wissenschaftler erkannte er durch sorgfältige Studien, dass die Natur tatsächlich nicht durch einen Schöpfergott erschaffen ist, sondern sich aus sich selbst entwickelt hat. Je größer und sicherer seine wissenschaftliche Erkenntnis wurde, desto unsicherer und kleiner wurde sein Glaube.
Aber den Todesstoß empfing sein Glauben wohl durch die Scharlacherkrankung seiner Tochter Anni, die dann unter großen Leiden verstarb. Wie kann ein liebender Gott das einem Menschen antun?
Dabei wollte Darwin seinen Glauben eigentlich bewahren. Er versuchte ihn wenigstens in Resten zu retten. Darum sprach er von einer Intelligenz, die ganz am Anfang der Welt das Leben eingehaucht hat. Obwohl er so ganz davon nicht überzeugt war. Er hielt auch immer zu seiner Kirche, pflegte die Freundschaft zu seinem Pfarrer und half seiner Kirchengemeinde immer wieder als ehrenamtlicher Mitarbeiter.
Einen Brief seiner tief religiösen Ehefrau hob er sorgfältig auf. Während er andere Briefe immer bald in den Papierkorb warf. Sie bat ihn darin, doch nicht nur auf Wissen zu setzen, sondern auch das andere Entgegengesetzte darüber nicht zu vernachlässigen, zum Beispiel das Gebet. Mit einem 'Bleistift schrieb er oben drauf: Wenn ich tot bin, so sollst du wissen, dass ich manches Mal diese Worte küsste und darüber weinte.
Darwin bedauerte nämlich den Verlust seines Glaubens. Auch sonst beobachtete er mit Bedauern bei sich eine Veränderung seiner Persönlichkeit zum Schlechten durch die strenge trockene wissenschaftliche Arbeit. Musik und Dichtkunst, die er früher über alles geliebt hatte, waren ihm wie tot.
Mein Geist scheint eine Art Maschine geworden zu sein schreibt er. Die einseitige Beschäftigung mit der Naturwissenschaft hätten zu einer Art Atrophie, einer Verbildung bestimmter Gehirnpartien bei ihm geführt. Gerade die höheren Geschmacksempfindungen seien zum Tode verurteilt, sie verkümmerten, da sie nicht gepflegt würden. Dass bei ihm das geschehen ist, bedauerte er zutiefst. Auch den Verlust des Glaubens empfand er nicht als Befreiung. Vielmehr sagte er im Blick auf die Religion: man könnte ganz zutreffend sagen, dass ich ein Mensch bin, der farbenblind geworden ist.
Wenn es doch Christen gegeben hätte, die mit ihm geübt hätten, die Farben Gottes in unserem Leben zu suchen! Die Farben alter Glaubenstraditionen und biblischer Geschichten, die Farben im Leben von Menschen, die Gottes Wort in ihrem Leben umsetzen. Zugegeben: Mit religiöser Farbblindheit kann man durchaus leben, aber es ist schöner, die Welt mit den Farben des Glaubens zu sehen und sich daran zu freuen. Ich wünsche Ihnen offene und gute Augen.
Darwins Glaube
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