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Mein bestes Frühlingsgefühl
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern und hier am Ufer des lippischen Flüsschens Bega, wo die Bäume vor grünem Vergnügen strotzen, kann niemand es übersehen:
Der Frühling macht sich breit. Nicht nur die Spatzen sind aktiv: Radfahrer tummeln sich auf den Wegen, Fußgänger schlendern durch das Grün, die Biergärten füllen sich mit Leben. Was macht den Frühling aus? Warum fühlt der Mensch sich so wohl?
Junger Mann: Ich weiß nicht
, draußen sitzen, Sonne genießen, die Röcke werden kürzer!
Junge Frau: Der Duft, dass alles blüht und dass man Frühlingsgefühle hat und oh ja, das ist das Besondere am Frühling.
Junger Mann: Ich glaub, man wird einfach lockerer, weil mehr Sonnenstrahlen da sind, mehr Hormone, alles wird schöner und alles ist bunter.
Autorin: Es stimmt: Die lippische Hügellandschaft zeigt sich im schönsten Kleid, der Flieder blüht in lila und weiß, das Grün der Linden und Kastanien knallt, die Sonne glitzert im Wasser. Vom lippischen Frühling haben sich auch viele ausländische Gäste locken lassen. Ein Paar aus Holland sitzt im Gras und picknickt. Kennt man das Wort Frühlingsgefühle auch in Holland?
Holländer: Jaaaaaa, ja, das kennen wir, ja: Lentegefoelens. Was heißt das? Warmes Wetter, Entspannung, Spaß haben, sorgenlos das ist für mich Frühlinggefühle.
Autorin: Sorgen los, genau das ist mein bestes Frühlingsgefühl. Ich lasse meine Sorgen los. Wenn ich die wiedererwachende Natur angucke, denke ich oft: Meine Güte, selbstverständlich ist das nicht, dass der Frühling immer wieder kommt. Aber Gott hat versprochen: So lange die Erde besteht, soll nicht aufhören Hitze und Kälte, Sommer und Winter. So lange die Erde besteht, will ich mich um sie kümmern. Im Frühling erlebe ich das mit allen Sinnen, dass dieser Rhythmus des Lebens weitergeht. Darauf verlasse ich mich!
Ich mache mir manchmal Sorgen, ob das mit der Erde weitergeht oder ob wir Menschen nicht gnadenlos für ihren und unseren Untergang sorgen!? Durch unsere Profitgier, den Egoismus, nach dem Motto: Hauptsache mir gehts gut, der Rest der Welt hat halt Pech. Trotzalledem gilt: Gott, der die Welt geschaffen hat, erhält sie auch. Frühling erinnert mich daran. Eine Sorgen verscheuchende Erinnerung.
Junger Mann: Die Knospen an den Bäumen, das ist das Beste überhaupt. Ich glaube, wenn der Frühling da ist, die Sonne da ist, die Knospen blühen, gehts einem so gut, dass man irgendwie ganz anders aufsteht morgens, da kann man ganz viel Dinge schaffen.
Junge Frau: Na, die letzten Tage warn ja ganz schön, ich weiß bloß nicht, wies weitergeht, ist ja doch n bisschen instabil. Mal schauen!
Autorin: Tja, das stimmt eben leider: dass das gute Leben instabil ist. Aber ich will mich von dem Schlechten nicht runterziehen lassen. Das nützt ja niemandem. Ich will angeregt durch den Frühling ganz viel schaffen und meinen Teil dazu beitragen, dass das Gute sich breit macht. Mit Kleinigkeiten gehts los. Und großartig endet es:
Junger Mann: Für mich ist Frühling: Leute, die lächeln, und wo man auch mal zurücklächeln kann. Das ist Frühling, ohne Frage.
Holländer: Es ist ein bisschen, wie man das mit Ostern hat: Wenn das Gute gewinnt vom Schlechte.
Autorin: Ostern
das war, als Jesus Christus auferstanden ist von den Toten. Ostern, das ist also das Synonym für den endgültigen Sieg des Lebens. Über alles Tödliche. In unseren Breitengraden fällt Ostern in den Frühling. Was für ein Glück! Damit ichs auch garantiert nicht vergesse: Das Gute gewinnt über das Schlechte.
Mein bestes Frühlingsgefühl
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