Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

19.05.08, Jost Klausmeier-Saß

Glück ohne Erdbeeren

Endlich Mai. Endlich Erdbeerzeit. Wunderbar – rote Erdbeeren, die auch nach Erdbeeren schmecken! Die Erdbeeren, die man sonst über’s Jahr so kaufen kann,

die schmecken doch bestenfalls nach Wasser. Kommen irgendwo aus Spanien, haben unglaublich viel Energie verbraucht, um bei uns anzukommen. Energie für Gewächshäuser, für den Transport mit LKW oder Flugzeug. Aber viele bei uns meinen ja immer noch, wir könnten uns das leisten. Trotz Energieverschwendung und Klimakatastrophe. Sebastian, der als Technischer Konfektionär arbeitet, kann sich darüber immer wieder aufregen:

O-Ton 1: „Es gibt Menschen, die interessiert das überhaupt nicht. Die machen sich da überhaupt gar keine Gedanken drüber. Denen ist das einfach nur wichtig,  diese Erdbeeren jeden Tag auf dem Tisch stehen zu haben. Und damit sind sie erst glücklich.“

Sprecher: Vielleicht hat Sebastian recht: Vielleicht ist das einfach so drin bei vielen. Man hat sich an die Sachen eben gewöhnt. Aber - wie heißen Sebastians Alternativen zu diesem Lebensstil? Was versteht er unter Glück?

O - Ton 2: „Lebensglück  bedeutet für mich eine sehr starke Verbundenheit mit meiner Familie - das Zusammengehörigkeitsgefühl auch für mich und meine Freundin – und diese gegenseitige Unterstützung zueinander. Das ist sehr, sehr wichtig für mich. Dass der Eine das versteht, was der Andere tut.“

Sprecher: Also mal ehrlich: was sind dagegen schon irgendwelche Erdbeeren oder sonstige materielle Dinge? Man muss einfach nur wissen, was wirklich wichtig ist im Leben. Also - Erdbeeren: im Mai. Und was wirklich wichtig ist im Leben: Möglichst jeden Tag.

Sprecher: Michael Birgden

 

Audiobeitrag Glück ohne Erdbeeren


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