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Dahinter ist es Liebe
Mein Freund Mattes und sein Vater haben sich nie besonders gut verstanden. Mattes, eher der zerstreute und spontane Typ sah es einfach nicht ein,
sich über seine Zukunft den Kopf zu zerbrechen. Leben, das passiert jetzt! Da ist es mir doch egal, was in fünf oder in zehn Jahren los ist, fand Mattes mit siebzehn und daran änderte sich auch nichts, als er das zweite mal in der zehnten Klasse sitzen geblieben war. Sein Vater, zielstrebig und organisiert, regte das tierisch auf.
Mit achtzehn ist Mattes von zu Hause ausgezogen und seitdem beschränkt sich der Kontakt zu seinen Eltern auf eine handvoll Anrufe im Jahr und ein gemeinsames Essen zu Weihnachten, das regelmäßig im Streit zwischen Vater und Sohn endet.
Letzte Woche bekam Mattes am Abend einen Anruf seiner Mutter: Dein Vater ist im Krankenhaus, ihm geht es gar nicht gut. Die Ärzte wissen nicht, ob er durchkommt. Mattes setzt sich ins Auto - ohne zu überlegen - und fährt zu seinem Vater. Zwei Stunden ist er unterwegs eine lange Zeit, sich Gedanken zu machen, sich von Gefühlen überrollen zu lassen: Was tue ich eigentlich hier? Ich bin doch der letzte, den mein Vater jetzt braucht. Ist da eigentlich irgendwas, was uns verbindet? Als er das Zimmer betritt, schläft sein Vater. Alt und eingefallen sieht er aus.
Mattes setzt sich zögernd an sein Bett und bleibt - die ganze Nacht. Zwischendurch öffnet sein Vater kurz die Augen und fragt leise: Was machst du denn hier? Ich zeige dir meine Liebe, sagt Mattes und sein Vater drückt seine Hand.
Sprecher: Michael Birgden
Dahinter ist es Liebe
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