Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

24.05.08, Bernd Tiggemann

Auf die Fahne geschrieben

Sie marschieren im Gleichschritt, sind trinkfest und fallen einmal im Jahr über unser Dorf her: die Jungs vom Schützenverein.

Wenn es soweit ist, dann gibt es nur noch die Farben Grün und Weiß: Grün-weiße Fahnen an den Straßen, grün-weiße Wimpel in den Vorgärten, grün-weiße Luftballons an den Laternen. Und das ganze Dorf steht Kopf.

Am Anfang fand ich das ganz schön komisch: so viele Leute, die freiwillig in ´ne Uniform steigen und Parade machen: vorneweg marschiert der Fanfarenzug mit Trommelwirbel. Gleich dahinter wird die Fahne getragen „Glaube, Sitte, Heimat“ steht da drauf. Dicht gefolgt vom Adler und den 200 Schützen. Die warten nur darauf, dass sie endlich auf den Holzvogel schießen dürfen.

Jetzt kann man von Schützenfesten halten, was man will. Eine Frage finde ich aber spannend. Nämlich: Was schreibe ich mir eigentlich auf die Fahne? Was ist mir so wichtig, dass ich dafür auf die Straße gehen würde?

Mehr Lohn und Gehalt? Ein Ausbildungsplatz für alle? Kein Krieg und keine Gewalt?

Genau das hat sich Jesus auf seine Fahne geschrieben. Er hat mal gesagt: „Freuen dürfen sich alle, die Frieden stiften - Gott wird sie als seine Söhne und Töchter annehmen.“ oder kurz: „Weiter kommst du ohne Knarre“.

Sprecher: Michael Birgden

 

Audiobeitrag Auf die Fahne geschrieben


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