Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

05.05.08, Jost Klausmeier-Saß

Nähe und Distanz

O-Ton 1: „Wir können halt nicht mit und wir können halt nicht ohne einander. Das ist ganz schlimm. Deswegen: das nervt halt.

Das nervt uns selber, dass wir das nicht auf die Reihe kriegen.“

Sprecherin: Yvonne ist ziemlich erschöpft. Und genervt. Denn von ihrem Ex kommt sie nicht los.

O-Ton 2: „Das Problem ist halt:  Mein Ex – Freund arbeitete grundsätzlich gegenüber von mir. Geht immer noch mit mir einmal die Woche zur gleichen Schule.Und wir haben auch in gewisser Weise den gleichen Freundeskreis. Man begegnet sich immer.“

Sprecherin: Yvonne und ihr Ex haben schon einiges versucht, um endlich richtig „Schluss“ zu haben. Und sind dann doch wieder rückfällig geworden:

O-Ton 3: „Mein Ex – Freund sagt dann – ja, lass uns befreundet sein . Aber das geht dann ne Weile gut – danach streiten wir uns dann wieder über irgendwas. Weil der Eine den Anderen wieder mit irgendwas verletzt. Das funktioniert nicht.“

Sprecherin: Zuviel Nähe können die beiden nicht aushalten. Aber Distanz suchen und sich aus dem Weg gehen, ist auch schwierig:

O-Ton 4: „Im Endeffekt ist es halt so – wir sind uns beide so wichtig, aber wir können nicht miteinander, wir können auch nicht ohne einander. Das sagt jeder. Keiner versteht’s natürlich, weil’s im Endeffekt halt’n bisschen sinnlos ist, dass man das irgendwie nicht auf die Reihe kriegt.“

Sprecherin: Also ich glaube: wenn’s zwischen zweien nicht mehr geht, wenn „Nähe“ nicht mehr auszuhalten ist und wenn „Distanz halten“ auch so schwierig ist wie bei Yvonne und ihrem Ex - , dann ist Distanz, also „sich aus dem Weg gehen“ immer noch besser, als auch noch dauernd den Anderen zu belasten und zu verletzen. Wenn man nicht mehr miteinander kann, ist es besser, sich aus dem Weg zu gehen. Aus Liebe. Und Respekt vor dem Anderen. Auch wenn’s einem selbst noch so schwer fällt.

Sprecherin: Christiane Birgden

 

Audiobeitrag Nähe und Distanz


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