Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

08.05.08, Jost Klausmeier-Saß

Heimat

Sprecherin: Also wenn ich „Heimat“ höre, dann denke ich zuerst an die Gegend bei Remscheid. An das Bergische Land. Da bin ich aufgewachsen.

Na ja – und irgendwie auch Nordrhein - Westfalen und an Deutschland sowieso. Alles ziemlich eindeutig. Bei Kristina ist das mit der „Heimat“ schon schwieriger:

O-Ton 1: „Für mich ist Heimat – schwer, zu erklären. Also – ich sag mal so: Heimat ist Deutschland. Aber mein Herz schlägt für Usbekistan.“

Sprecherin: Usbekistan gehörte früher zur Sowjetunion und liegt in Mittelasien. Und in Usbeksitan leben auch heute noch ungefähr 24000 Deutsche. Wenn sie nicht ausgewandert und nach Deutschland übergesiedelt sind, so wie vor 15 Jahren die Eltern von Kristina.

O-Ton 2: „Da bin ich geboren. Das ist meine Herkunft. Das ist schon so’n Stück von mir. Ich kann doch nicht vergessen, wo meine Wurzeln liegen – oder?“

Sprecherin: Die eine Heimat ist Tausende Kilometer weit weg, ziemlich unerreichbar. Und die neue Heimat, Deutschland, wird die alte nie ganz ersetzen können.

O-Ton 3: „Ich hab mich dann halt auch sehr gefragt, wie es wäre, wenn ich hier aufgewachsen wäre. Ich hätte zum Beispiel diese ganzen Chancen, eine Ausbildung zu finden, hätte ich da niemals gekriegt. Und das sehen viele Leute hier gar nicht.  Du kannst hier so viel machen..“

Sprecherin: Kristina jedenfalls hat aus ihrer Lebensgeschichte viel gelernt. Sie hat einen kritischen Blick für Usbekistan und für Deutschland gewonnen.

O-Ton 4: „Also ich finde das allgemein sehr interessant, weil ich habe damit eine andere Kultur kennen gelernt. Ich weiß, wie es anderen Leuten auf dieser Welt geht. Viele Leute vergessen das – wo sie leben, und was sie für Chancen haben.“

Sprecherin: Christiane Birgden

 

Audiobeitrag Heimat


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