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Medienkonsum
Fernsehen schadet Schülern. Starker Medienkonsum führt zu schlechten Noten. Kinderzimmer sind Orte von Gewaltorgien und Medienverwahrlosung.
Schlagzeilen der letzten Wochen und Monate. Immer besser beweisen Untersuchungen: übermäßiger Medienkonsum schadet unseren Kindern. Immer deutlicher wird: Kinder müssen besser geschützt werden. Ganztagsschulen sind als Lösung des Problems ins Gespräch gekommen. Motto: Wer nicht zu Hause ist, kann auch nicht stundenlang vor dem Fernseher oder dem PC abhängen. Schule also als Verhütungsmittel gegen unkontrollierten Medienkonsum. Ich meine aber: das kann und darf nicht alles sein.
Etliche Eltern scheinen nämlich nicht zu wissen, welche Folgen drohen, wenn z.B. jeder 4. Sechsjährige in unserem Land bereits einen Fernseher im eigenen Zimmer hat. Mehr als die Hälfte der 12 17jährigen geben in einer Umfrage an, einfach alles im Fernsehen sehen zu können - weil die Eltern das nicht kontrollieren. Viele Eltern scheinen sich nicht klarzumachen, dass es mittlerweile Untersuchungen gibt, die einen Zusammenhang zwischen Gewaltspiel am PC und Gewalttätigkeit auf dem Schulhof beweisen: Also: PC Spiele liefern Handlungsmuster für das Alltagsleben. Und allzu oft keine guten.
Ich sage das nicht vorwurfsvoll. Denn viele Eltern heute haben selbst schlicht und einfach keine Medienerziehung erlebt. Wurden in ihrer eigenen Kindheit von neuen Fernsehprogrammen und anderen neuen Medien überschwemmt: - vom sog. Privatfernsehen, dem es zuallererst um Quoten und nicht um Qualität gehen muss; - von virtuellen Welten durch Computer oder Spielkonsolen; deren immer realistischeren Bildwelten wirkten für viele faszinierender als die Alltagswelt. Medienerziehung eine kritische Auseinandersetzung mit dem, was da in ihre Wohnstuben gespült wurde, fand für sie niemals statt.
Die Väter haben saure Trauben gegessen, und den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden. sagt ein Sprichwort aus der Bibel. Einmal mehr: Kinder baden aus, was Erwachsene ihnen einbrockten. Also: wer Kinder schützen will, wer Kindern das Leben und Lernen erleichtern will, wer die Gewaltbereitschaft senken will muss als Eltern bei sich selbst anfangen. Den eigenen Medienkonsum überprüfen.
Ist der Griff zur Fernbedienung zum Auftakt des Feierabends eigentlich zwingend notwendig? Erwarten meine Kinder wirklich einen Fernseh- oder PC-Abend von mir? Sind die realen Erlebniswelten also das echte Leben für meine Kinder und mich nicht viel interessanter als alles, was der Bildschirm zu bieten hat?
Wenn unsere Kinder uns morgen fragen werden: Soll das alles gewesen sein, was ihr uns als Eltern auf unseren Lebensweg mitgeben wolltet? - dann werden wir die Antwort nicht in einer Programmzeitschrift finden. Denn Erfahrungen von Liebe, Geborgenheit, Lebensfreude und Spiritualität lassen sich nicht via Bildschirm vermitteln. Solche Fundamente unseres Lebens müssen erlebt und erfahren werden. Zwischenmenschlich und hautnah. Ich glaube, wer sich weniger irgendeinem Bildschirm und mehr seinem Kind widmet, bringt nicht nur ein Opfer, sondern kann auch für sich profitieren:
durch mehr echte Begegnung, durch ein innigeres Verhältnis zum eigenen Kind, durch ein offeneres, harmonischeres Familienleben, durch wirklich gemeinsames und miteinander geteiltes Leben.
Und zum Vorbild wird man auch noch dabei.
Medienkonsum
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