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Gott und das schlechte Wetter
Im Urlaub waren meine Schwester und ich mit einer Jugendgruppe in Holland. Eine Woche hatten wir Superwetter, 25 Grad, keine Wolke.
Ich war Boot gefahren, bei der Strandolympiade Zweite geworden, hatte Unmengen Eis gegessen. Doch seit fünf Tagen regnete es ununterbrochen. Wir saßen nur noch im Haus rum, guckten in die graue Suppe. Wettspiele, basteln und Monopoly hingen uns zum Hals heraus.
Ich wollte raus. Unbedingt. Jessi? Katrin? Tanja? Keine wollte mit. Also lief ich alleine den Strand entlang. Auch hier alles grau, nur weit entfernt, ein gelb-roter Punkt. Beim näher kommen erkannte ich einen Mann mit einem Kind. Mitten im Nieselregen bauten sie eine Burg. Hallo, sagte der Mann, als ich bei ihnen ankam. Na, ist dir langweilig? Ich nickte. Da vorne liegt noch eine Schaufel. Endlich Bewegung.
Später aßen wir vorm Strandhaus Kekse, ein Sonnenschirm hielt den Regen ab. Glaubst du an Gott? fragte mich der Mann plötzlich. Ja, sagte ich. Gott hat uns diesen Urlaub geschenkt, sagte der Mann. Hm, sagte ich und aß noch einen Keks. Dann musste ich los.
Vom Deich guckte ich noch mal hinunter. Wie macht Gott es, Urlaub zu verschenken? überlegte ich. Aber dann war es mir egal. Denn ich hatte etwas anderes verstanden; Wenn Gott selbst einem Urlaub schenkt, dann lässt man sich den vom Wetter nicht so leicht vermiesen.
Sprecherin: Christiane Birgden
Gott und das schlechte Wetter
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