| |
"Elia I"
Einer für alle, alle für einen so lautet der Wahlspruch der drei Musketiere. In wunderbaren Mantel- und Degenfilmen zeigen die drei Helden,
was sie für ihre Königin zu leisten im Stande sind. Einer für alle, alle für einen. Auch der Prophet Elia hat es in der Bibel mit einer Königin zu tun, allerdings ist er nicht für, sondern eher gegen sie. Oder besser gesagt, gegen die Götter, die die Isebel, so der Name der Königin bei der Hochzeit mit dem König von Israel, Ahab, aus ihrem Heimatland mitgebracht hat. Für Elia heißt es nicht Einer für alle, alle für einen, sondern Einer gegen alle und alle gegen einen.
Elia, der Prophet, gegen die Königin Isebel und ihre 450 Priester. Die haben einen fremden Gott ins Land gebracht. Ihr Gott wird Baal gerufen, das bedeutet: Herr und Meister. Isebel und ihre Priester wollen den Baalskult in Israel verbreiten.
Das scheint auch zu gelingen. Bald unterscheidet in Israel keiner mehr recht: Baal oder der Gott Israels. Egal. Eigentlich meinen wir doch alle denselben Gott
Etwas, das wir heute auch kennen. Was wir glauben, ist doch eine ganz private Angelegenheit geworden. Es wird als zu intim empfunden, das offene Gespräch über die Frage Woran glaubst eigentlich Du? zu führen. Inzwischen können wir fast leichter über Sexualität sprechen als über unseren Glauben.
Für Elia ist es nicht egal, was er und andere glauben. Also stellt er das Volk damals und uns heute vor die Alternative: Entweder-oder. Beides könnt ihr nicht haben. In Glaubensfragen gibt es kein Grau da ist nichts belanglos! Die Frage, wer Gott auch für mich ist, ist nicht bloße Privatsache.
Die Entscheidung, welchem Gott oder welchen Göttern ich diene, betrifft nicht nur meine persönlichen Lebensumstände, sie greift auch in mein soziales und politisches Umfeld ein. Und wer weiß schon, ob unsere Entscheidung immer richtig ist.
Damals, zu Elias Zeiten sollte ein Gottesurteil entscheiden, wer der wahre Gott ist. Holz wurde aufgeschichtet, das nur durch´s Gebet ins Brand gesetzt werden soll. Als erste sollen die Baalspriester zeigen, was sie können: Sie versuchen es, ohne Erfolg. Elia dagegen lässt noch zusätzliches Wasser auf den Holzstapel kippen, bittet mit einfachen Worten Gott um ein Zeichen. Das Feuer entzündet sich sofort die Menschen sind beeindruckt.
Ja, das wäre schön, wenn wir auch heute solche einfachen, klaren, unumstößlichen und beeindruckenden Gottesbeweise erleben könnten. Solche Gottesurteile gibt es nicht mehr, aber wir können uns öffnen für die Erfahrungen, die unsere Vorfahren mit Gott gemacht haben. Und wir können über unsere eigenen Erfahrungen sprechen und andere danach befragen, wo sie Gott begegnen in ihrem Alltag.
Elias Kampf ist noch nicht beendet. Wie bei einem verlorenen Gottesurteil üblich, werden die Verlierer, immerhin 450 Priester, von Elia getötet. Ein unbarmherziges aber damals übliches Verfahren. Bis auf diesen Wermutstropfen, der Ermordung der Andersgläubigen, ist das eine biblische Erfolgsgeschichte: Einer gegen alle, alle gegen einen. Und der eine gewinnt. Elia hätte mit sich zufrieden sein können. Aber das dicke Ende kommt noch. Morgen!
"Elia I"
|