|
Wissenschaftlich bewiesen
Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass
wer so anfängt, reklamiert für sich, dass seine Meinung nicht nur wahr,
sondern damit auch ethisch verantwortet und moralisch gerechtfertigt ist. In der Debatte um die so genannte Stammzellenforschung spielt das zum Beispiel eine wichtige Rolle.
In einer Welt, die immer komplizierter wird und nach immer mehr Spezialfähigkeiten schreit, schießt die Wissenschaftsgläubigkeit ins Kraut. Dabei wird gern übersehen, dass wirkliche Wissenschaft - also nicht der Aufguss, der in den Zeitungen steht - vor allem aus der Diskussion, aus dem Streit um die Wahrheit besteht.
In der wissenschaftlichen Erforschung der Bibel zum Beispiel wurde vor noch nicht allzu langer Zeit mit guten Gründen behauptet, Jesus habe in Wirklichkeit überhaupt nicht gelebt. Mittlerweile gibt es umgekehrt Forscher, die aus den unklaren Angaben der Evangelien und ein paar astronomischen Beobachtungen ausrechnen können, dass Jesus an einem 7. April gestorben ist. Heute sozusagen.
Das Unsinnige an solchen wissenschaftlichen Erkenntnissen ist, dass es für Christen nicht wichtig ist, wann Jesus gestorben ist, sondern dass er gestorben und auferstanden ist. Vor zwei Wochen war Ostern, in fünf Wochen ist Pfingsten. Christen glauben, dass Jesus mit seinem Geist damals wie heute in unserer Welt wirksam ist. Aus diesem Glauben beziehe ich meine ethischen und moralischen Maßstäbe. Wissenschaft hilft mir, dabei sachlich zu bleiben. Aber das persönliche, verantwortliche Urteilen kann sie mir nicht abnehmen.
Sprecher: Michael Birgden
Wissenschaftlich bewiesen
|