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Radikal heißt: an die Wurzel gehen
11. April 1968, heute vor vierzig Jahren. Tausende von Studenten sind auf den Straßen: Gegen die muffigen Autoritäten des Staates. Gegen die verdrängte Nazi-Vergangenheit.
Gegen den Krieg in Vietnam. Viele Bürger sind verschreckt. Die Bild-Zeitung schreibt von Terror. Sie liefert ein Gesicht dazu: Rudi Dutschke. Für die einen ist er ein herausragender Studentenführer, für die anderen der Volksfeind Nr. 1. Am 11. April 1968 gibt ein junger Hilfsarbeiter drei Schüsse auf den Stundentenführer ab. An deren Spätfolgen wird Dutschke Jahre später sterben.
Sanft war er, sanft wie alle Radikalen, singt der Liedermacher Wolf Biermann auf Dutschkes Beerdigung. Sanftheit und Radikalität das scheint nicht gut zu einander zu passen. Radikalität: das klingt nach Blut und Gewalt.
Aber das kann man auch anders sehen. Vom lateinischen Wortsinn her heißt radikal: einer Sache an die Wurzel gehen. Die Bibel zum Beispiel ist voll von Menschen, die von der Wahrheit ihres Glaubens überzeugt sind und deshalb mit Geduld und Überzeugungskraft, aber ohne Kompromisse den Fragen nach gut und böse, Recht und Unrecht, arm und reich auf den Grund und an die Wurzel gehen: Sanfte Radikale, ohne die das Leben und Zusammenleben dumpfer und gleichgültiger wäre.
Sprecher: Michael Birgden
Radikal heißt: an die Wurzel gehen
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