Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

27.03.08, Christiane Birgden

Doppelte Konfirmation

Ob wir die Konfirmation nicht ausfallen lassen könnten, fragt mich Lena am Telefon. Drei Wochen vor der Konfirmation an.

Es ist wegen meinen Eltern, rückt Lena schließlich raus. Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Am liebsten würde ich gar nicht konfirmiert. Lena erzählt mir, dass sowohl ihre Mutter als auch ihr Vater jeweils ein Restaurant für ihre Konfirmationsfeier reserviert hätten und sie nun entscheiden sollte, mit wem sie feiert.

Dabei sollte doch Lena am Tag  ihrer Konfirmation im Mittelpunkt stehen. Und jetzt wollten ihre Eltern, dass sie sich zwischen ihnen entscheidet – absurd.

Wir machten aus, dass ich mit ihren Eltern sprechen sollte. Ich sprach zuerst mit ihrem Vater, dann mit ihrer Mutter und sagte beiden, dass sie für ihre Tochter eine Lösung finden mussten und nicht umgekehrt. Und dass es an diesem Tag nicht um sie, sondern einzig um Lena ginge.

Nach ein paar Tagen rief mich Lenas Mutter an und sagte, dass sie eine Lösung gefunden hätten: Lena würde mit ihrem Vater Mittagsessen und im Anschluss zu ihr zum Kaffeetrinken kommen. Bevor sie auflegte, sagte sie: Ach ja, und Danke. Wir waren so mit unserer Trennung beschäftigt, dass wir nur noch uns selbst gesehen haben.

Sprecherin: Christiane Birgden

Audiobeitrag Doppelte Konfirmation


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