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Lachen lernen
O-Ton: Lautes (Gruppen-)Lachen. Autor: So etwa könnte es geklungen haben, als in den Kirchen noch gelacht wurde. Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert hinein war es zur
Osterzeit in den Gottesdiensten nämlich noch üblich, der Osterfreude einen hörbaren Ausdruck zu verleihen. Viele Pfarrer setzten an den Festtagen alles daran, ihre Gemeinde mit Späßen von der Kanzel die Tränen in die Augen zu treiben. Mancher Pfarrer mag bei seinem Bemühen über die Stränge geschlagen haben, und spätestens seit der Reformationszeit war der Kirchenleitung das alberne Treiben ihres Personals ein Dorn im Auge. In der Folgezeit verschwand dann das Lachen mehr und mehr aus den Kirchen und mit ihr ein wichtiges Element des christlichen Glaubens und - des Lebens. Denn: Lachen ist sehr gesund, meint der Internist Dr. Harald Orth aus Siegen.
O-Töne: Es gibt ja den Spruch: Lachen ist die beste Medizin. Wenn man lacht - das erlebt ja jeder: man atmet tief durch, man atmet tief ein und aus, man benutzt sein Zwerchfell kräftig, man benutzt viele Muskeln kräftig, nicht nur im Gesicht, sondern am ganzen Körper. Es wirkt sehr entspannend!
So entspannend, dass es inzwischen eine ganze Reihe von Lachclubs gibt. Über 50 solcher Clubs treffen sich bereits bundesweit und beschäftigen sich ausgiebig mit dem, was der Kirche in ihren Gottesdiensten abhanden gekommen ist. Gottfried Segger aus Netphen kennt sich in der Lachszene bestens aus:
O-Töne: Ich hab´ mehrere Lachclubs besucht. Das läuft etwa so ab wie `ne Sportstunde. Es wird warmgemacht, man lacht sich warm, mit Übungen..Also regelrechte Lachübungen am laufenden Band. Das ist Lachgymnastik, könnt´ man sagen.
Lachen lässt sich demnach trainieren und hängt viel weniger von der Stimmung eines Menschen ab, als man meinen möchte. Gottfried Segger:
O-Ton: Ja, wenn ich das will, lach´ ich auf Knopfdruck. Ich war 2005 in Essen auf dem Weltlachtag. Da kam eine junge Frau, nahm das Mikrofon, kuckte in den Saal - da saßen 300 Leute -, [lacht laut] und dann fing sie an, `ne Minute zu lachen, und es dauerte nicht lange, der ganze Saal lachte mit, also ohne Grund. Das ist ja die hohe Schule des Lachens, auf Knopfdruck ohne Grund zu lachen, wenn man das will Ich habe keinen äußeren Anlass, würd´ ich mal sagen, der Grund für mich ist, dass ich lachen will.
Manchmal ist es also nur eine Frage des Willens, dass jemand in Lachen ausbricht, manchmal braucht es für ein befreiendes Lachen keinen besonderen Grund. Nach der Bibel aber sind Ausbruch und Befreiung der Grund alles Lachens. In Psalm 126 heißt es: Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlöst, so werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens sein.
Der Herr erlöst die Gefangenen! Das heißt für uns seit Ostern: Gott entreißt uns dem Sterben und erlöst uns von der Gefangenschaft des Todes. Jesus ist von den Toten auferstanden und hat damit den Tod der Lächerlichkeit preisgegeben. Wir haben also gut lachen, wenn wir uns das vor Augen führen.
Sicherlich gibt es in unserem Leben vieles, bei denen uns das Lachen vergeht, viele haarsträubende Dinge in unserem Alltag, bei denen uns das Lachen im Halse stecken bleibt. Aber so wie wir das Lachen körperlich lernen können und trainieren können wie eine Sportart, so können wir das Lachen auch geistlich erlernen und einüben. Wir können es lernen, und wir sollen es lernen, und wir müssen es üben, jeden Tag! Denn das Osterlachen bedeutet Befreiung aus der Gefangenschaft und Ausbruch ins Leben! Weil Jesus von den Toten auferstanden ist! So dürfen auch wir uns über alles, was uns am Leben hindert, freudig hinwegsetzen und den lebensfeindlichen Mächten schallend ins Angesicht lachen:
Lachen lernen
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