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Kraft tanken
Wie tanken Sie heute morgen Kraft für den Tag? Mit einer Tasse Kaffee? Oder vielleicht mit einer kalten Dusche? Wie auch immer unser Körper braucht morgens erst mal was,
das ihm Kraft gibt. Die hat er nämlich nicht selber, sondern muss sie erst mal tanken. Genau wie ein Auto Benzin braucht, um fahren zu können, so braucht auch unser Körper Energie, um zu funktionieren.
Wie aber ist das mit mir als ganzem Menschen? Ich bin ja mehr als nur mein Körper! Wie tanke ich denn Kraft für meine Seele? Was ist der Nährstoff den ich brauche, um einen Tag, um mein Leben zu bewältigen? Es gibt manchmal so Tage, da hänge ich durch, fühle mich ausgelaugt, habe keine Lust mehr. Da bräuchte auch ich dringend mal eine Tankstelle für die Seele.
Natürlich, da gibt es die kleinen Rezepte die Weisheiten des Alltags: Manchmal ist für mich das Lächeln eines Menschen eine echte Kraftquelle. Ich kenne Menschen, wenn sie mich anlächeln, dann geht es mir auf einmal wieder richtig gut: Da geht die Sonne auf. Aber auch ein schöner Frühlingstag ist für mich eine Kraftquelle, die mich über Wasser hält. Raus gehen in die Sonne, es sich gut gehen lassen die Sorgen vergessen. Das tut gut. Aber all das füllt meinen Motor doch nur für eine kleine Weile und nicht immer habe ich das Glück, dass da gerade jemand für mich da ist, der mich anlacht, oder dass die Sonne scheint.
Als Christ habe ich auch noch eine ganz andere Kraftquelle: eine Tankstelle für die Seele, die nie versiegt und die mir in jedem freundlichen, zugewandten Lächeln eines Menschen begegnet, und auch in jedem Sonnenstrahl, den ich begierig aufnehme. Wenn Christen beschreiben wollen, was ihnen Kraft gibt, das Leben zu bewältigen, dann reden viele vom Segen. Gott segnet die Menschen. Das heißt: Er gibt mir Kraft, bei ihm kann meine Seele auftanken. Und Gottes Segen ist es eben auch, wenn da Menschen sind, die so lächeln können, dass es mir wieder gut geht. Gottes Segen ist es, dass die Sonne aufgeht und mir in die Seele strahlt.
Eines der schönsten Segensworte der Bibel wird am Ende eines jeden evan¬gelischen Gottesdienstes gesprochen:
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir - Da ist es wieder das Bild vom strahlenden, leuchtenden Gesicht. Ich stelle mir das immer so vor, dass Gott mich anlächelt, mit einem Lächeln, dass allen Kummer vertreibt, einem Lächeln, das gnädig über meine Fehler hinweg geht und mich aufleben lässt. Und weiter heißt es: Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich - So wie Vater oder Mutter in den Wagen ihres Kindes schauen, und das Kind nimmt ihr Gesicht über sich war, und es fühlt sich geborgen. Aus dieser Beziehung, diesem Blick bezieht das kleine Kind Kraft für sein ganzes Leben. Und ebenso schaut Gott auf uns, seine Kinder, segnet uns, und schenkt uns Kraft zu Leben.
Bei Gott kann meine Seele Kraft tanken. Er segnet mich! Mir das immer wieder einmal sagen zu lassen, sei es im Gottesdienst oder anderswo, das ist eine Kraftquelle, die mich durch den Tag und durch das Leben trägt.
Gott der Herr segne Dich und behüte Dich! Er lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei dir gnädig! Er erhebe sein Angesicht auf Dich und schenke dir Frieden!
Kraft tanken
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