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Gottes Kleid
Auf eine Modenschau mit Kleidern des Glaubens nehme ich Sie diese Woche mit. Lassen wir einige Götter der alten Welt über den Laufsteg schreiten:
Der griechische Obergott Zeus kommt in luftig legerem Faltengewand daher. Amun, der Höchste der Ägypter, trägt ganz im Stil der Zeit Straußenfedernhut und stramm geflochtenen Kinnbart. Odin, der Gott der alten Germanen, gibt sich kriegerisch mit geflügeltem Helm und Lanze. Und der christliche Gott? Welches Gewand würde er sich anlegen? Für den Maler Michelangelo war der Fall klar. Mit der Erschaffung Adams, seinem Gemälde mit den wohl berühmtesten zwei Zeigefingern der Welt, prägte er wie kein anderer die landläufige Vorstellung von Gottes Outfit: Den alten Mann mit weißem Haar, weißem Bart und weißem Gewand. Was sagt die Bibel dazu? Der 104. Psalm gibt die Antwort:
Sprecher: Mein Gott, du bist sehr herrlich; du bist schön und prächtig geschmückt. Licht ist dein Kleid, das du anhast.
Der Gott der Bibel ist anders als die anderen. Er trägt nicht die Kleider der Zeit am Leibe. Er liefert sich nicht irgendwelchen Moden aus. Er ist also auch keiner, dem man seine Lieblingsvorstellungen ans Zeug flicken könnte. Denn Licht ist sein Kleid. Aus dem Stoff aus dem die Schöpfung ist, könnte man sagen, denn:
Sprecher: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war Tohuwabohu. Und Finsternis lag über der Urflut.
Und Gott sprach: Es werde Licht! Und Licht ward.
Das ist es, woran Gott erkannt wird: Wo er ist, kommt Licht in finstere Verhältnisse. Klarheit zieht ein, wo Tohuwabohu herrscht. Tohuwabohu, Irrsal und Wirrsal, wie Martin Buber übersetzte. Vor der Schöpfung nämlich ist nicht das Nichts, sondern die Vernichtung. Das Chaos. Nichts ist in Ordnung. Kein Lichtblick. Ein finsterer Ort. Ein Revier der Dunkelmänner. Und wie viele gibt es davon: lichtlose, verzweifelte Plätze, wo zu leben nicht geht. Finstere Zustände, die danach schreien, dass einer kommt und sie erhellt und spricht: Es werde Licht. Licht, von dem die Bibel spricht, ist keine kosmische Erscheinung. Nichts, was uns die Physiker erklären könnten. Licht ist Kraft. Sie macht die Welt zu einem Ort, wo wir leben können erfüllt und glücklich leben können. Dieses Licht wird nicht in lux gemessen, sondern in den Maßeinheiten von Glauben und Hoffnung, Erbarmen und Gerechtigkeit. Licht ist das Kleid, das unser Gott anhat. Woraus dieses Lichtkleid Gottes gewebt ist, hat Jesus seinen Jüngern genauer erklärt:
Sprecher: Ihr seid das Licht der Welt
Wir sind also sein sichtbares Kleid. Und wir müssen nur eines tun:
Sprecher: Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Gottes Kleid
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