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Es kann gut werden
Nicht so einfach. Entschuldigung zu sagen und: ich bitte dich um Verzeihung, zu meinen. Die neue australische Regierung hat es getan.
Und das halte ich für ermutigend und vorbildlich. Regierungschef Rudd entschuldigte sich zu Beginn seiner Amtszeit bei den Aborigines für erlittenes Unrecht und jahrzehntelange Diskriminierung. Die australischen Ureinwohner wurden bis 1967 als wilde Tiere betrachtet, nicht in der Bevölkerungsstatistik geführt und im Bundesstaat Tasmanien von Weißen zum Spaß gejagt und erschossen. Jahrzehntelang wurden Kinder aus Aborigines Familien von ihren Eltern getrennt und entweder in Erziehungsheimen der Weißen großgezogen oder zur Adoption freigegeben. Viele der betroffenen Familien haben das Trauma des Verlustes ihrer Familien bis heute nicht überwunden. Und so zelteten tagelang Aborigines aus ganz Australien vor dem Parlamentsgebäude der Hauptstadt, um diesen historischen Moment unmittelbar zu erleben. Tränen fließen, als sie endlich von der weißen Regierung hören: Ja, wir sind an euch, den Aborigines schuldig geworden. Ja, diese furchtbaren Dinge haben wir getan. Ja, wir anerkennen unsere Schuld und euren unsagbaren Schmerz. Und wir bitten um Verzeihung.
Niemand wird die Gejagten und Ermordeten wieder lebendig machen und so den Schmerz ihrer Angehörigen aufheben. Niemand wird den Kindern und Eltern, die mit Gewalt und Lügen auseinandergerissen und getrennt wurden, ihr Leben als Familie zurückgeben.
Der Schmerz bleibt und die Lücke auch. Aber erst jetzt kann Versöhnung beginnen, weil Schuld nun anerkannt worden ist und die Opfer nicht immer wieder erneut verletzt werden und um ihre Identität ringen müssen, durch die Verleugnung des an ihnen begangenen Unrechts. Die australische Vorgängerregierung hatte die Entschuldigung elf Jahre lang abgelehnt.
Jetzt ist Australien ja ziemlich weit weg. Ganz nah dagegen ist für viele die Erfahrung, daß das mit dem um Verzeihung bitten schwierig ist. Das schnelle: tschuldigung ist nicht das Problem. Wohl aber meinen Fehler, meine Schuld beim Namen zu nennen, damit anzuerkennen und einzugestehen.
Manch einer befürchtet dabei einen Zacken aus der Krone zu verlieren, die er wo- möglich gar nicht auf hat. Es geht um Gerechtigkeit und es geht um Frieden. Ganz konkret zwischen Menschen. Und in mir. Leugnen ist anstrengend und macht auf Dauer den Blick in den Spiegel schwer.
Christen glauben, daß mit Tod und Auferstehung Jesu Christi die Versöhnung ihren Anfang genommen hat. Wie gesagt: Der Schmerz bleibt und die Lücke klafft. Aber das kann ein Leben tragen, wenn das Unrecht benannt und bedauert wird. Und vielleicht sogar heil werden.
Es kann gut werden
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