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Erzähl mir vom Tod
O-Töne: und dann spielen wir oben zusammen Fußball auf den Wolken. Ja, das fand ich am besten. Das man sich jetzt nicht mehr so gruseln muss vor dem Tod.
Also mir hat am besten das mit dem Unsterblichentrank gefallen
Autorin: Tief beeindruckt kehren die Drittklässler aus dem Jenseits zurück. Berührungsängste mit dem Tod haben sie nicht: zumindest nicht im Rahmen der Ausstellung Erzähl mir vom Tod, die noch bis Anfang April zu sehen ist, im Solinger Klingenmuseum. Konzipiert wurde sie einst für das Berliner Kindermuseum. Wegen ihres großen Erfolgs interessierten sich auch Museen in anderen Städten und nun ist sie ständig unterwegs. Die Grundidee war: ein Tabu zu brechen, über den Tod zu reden, auch mit Kindern, damit sie nicht mehr so viel Angst vor dem Tod haben. Erstaunlich ist aber:
O-Ton: Dass es eine Ausstellung ist, die hauptsächlich für Kinder gemacht worden ist, aber Erwachsene genauso interessiert .
Autorin: erzählt Lehrerin Christa Witte, die die Schulklassen im Klingenmuseum betreut.
O-Ton: Ja, ich finde es eigentlich ziemlich wichtig sich mit dem Tod zu beschäftigen, weil man sich dann eigentlich auch noch besser ne Meinung über das Leben und wie man Leben will, bilden kann.
Autorin: sagt der 15-jährige Joe, der die Ausstellung mit seinem Philosophiekurs besucht. Eine Führung im klassischen Sinne gibt es nicht. Die Kinder und Jugendlichen begeben sich eigenständig in Kleingruppen auf die Reise ins Jenseits. Der Reisepass verrät ihnen, welche Aufgaben sie zu lösen haben.
O-Töne: (1)Da kann man halt hier sehr viel selber mitmachen und selber ausprobieren und so. Und das macht dann halt Spaß (2)Ich mochte diesen Raum, diesen weissen Raum da vorne gerne, mit den Zetteln an der Wand und mit diesem Grab, das fand ich schön, weil der so hell war.
Autorin: erzählt Melanie. Sie spricht vom Paradiesgarten. Hier befindet sich ein offener Sarg mit einem Skelett. Einem Mädchen, das vor 5000 Jahren gestorben ist. Mit auf ihre letzte Reise hatte man ihr Schmuck gegeben, aber auch diverse Tongefäße. Schon immer glaubten Menschen, dass der Tod nur der Übergang in ein neues Leben ist . Was die Besucher glauben, wie es nach dem Tod weitergeht, kann man auf Zetteln lesen, die vom Himmel hängen.
O-Ton: Das finde ich ganz interessant, weil wenn man sich ein paar Überlegungen von den anderen anguckt und halt auch die Wünsche liest
Autorin: Im Totenreich des ägyptischen Gottes Osiris muss man zunächst drei Fragen beantworten: Wer wird um dich trauern? Wer wird dein Grab pflegen? Und was hast Du heute Gutes getan? Den Zettel legt man dann in die Waagschale , wo bereits das Herz liegt. Nun dürfen Herz und Zettel nicht schwerer sein als eine Feder, die das Gegengewicht darstellt.
O-Ton: Jeder erreicht das natürlich und darf dann ins Jenseits schreiten, wo dann eine Stimme erklingt: Du bist mir noch zu jung. Du darfst den Notausgang rechts nehmen.
Autorin: Im Raum der Unsterblichkeit kann man sie bewundern die Unsterblichen: Albert Einstein und Marilyn Monroe aber auch die Solinger Walter Scheel und Pina Bausch. Um selber unsterblich zu werden, kann man sich hier einen Unsterblichkeitstrunk mixen.
O-Ton: Also da standen die Zutaten auf nem Zettel , die musste man dann in ein kleines Glas tun das musste man dann trinken und dann ist man unsterblich.
Autorin: Erzähl mir was vom Tod ... so heißt die Ausstellung im Klingenmuseum Solingen Grefrath. Ein ganz heißer Tipp für alle, die mal mit Kindern und Jugendlichen über etwas reden wollen, worüber man sonst eher nicht spricht. Über den Tod und die Hoffnung auf neues Leben, an das wir Christen glauben.
Erzähl mir vom Tod
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