Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

26.02.08, Silke John

Das 10. Gebot: "Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Haus, Acker, Knecht, Magdt, Rind, Esel noch alles, was sein ist"

„Neid – das ist so eine Sache!“ mein Onkel schaut mich verschmitzt an.„Der gute alte Neid. Guck dir doch mal das Haus meines Nachbarn an.

Hat er gerade erst wieder frisch renoviert. Das Haus hat alles, was man sich so wünschen kann: Das Haus ist schön angestrichen, es hat einen wunderschönen Garten mit einem kleinen romantischen Teich. Es ist eine Augenweide, dieses Haus zu betrachten. - Und dann schauen dir doch mal meine olle Hütte an.“

Na ja, das Haus meines Onkels ist wirklich schon ein wenig älter. Da ist eine ganze Weile nichts mehr gemacht worden ist. Der Garten ist ein wenig überwuchert. Die Fensterläden hängen etwas schief in den Angeln und die Farbe beginnt abzublättern.

Mein Onkel lächelt mich an: „Guck mal, es ist doch so, wenn nun mein Nachbar sein Haus bewundern will, dann muss er immer erst zu mir kommen – ich aber, ich genieße es von hier aus! Ich habe jeden Morgen mit dem ersten Blick aus dem Fenster das Vergnügen, auf dieses schöne Haus schauen zu können!“

Und ich? Ich muss lachen, denn so habe ich es noch nie gesehen! Ja, wozu neidisch sein?! Das 10. Gebot „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, Acker, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was sein ist“ sollte vielleicht so heißen: Lehn dich entspannt zurück und genieße doch einfach den Ausblick auf das schöne Haus, den Garten, das Auto und auf alles, was dem Nachbarn gehört. Und lade den Nachbar doch einfach mal ein, damit auch er den schönen Anblick hin und wieder genießen kann.

Sprecher: Michael  Birgden

 

Audiobeitrag Das 10. Gebot: "Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Haus, Acker, Knecht, Magdt, Rind, Esel noch alles, was sein ist"


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