Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

29.02.08, Gernot Hoersch

Der Atheist

Christoph, ein Freund von mir, glaubt nicht an Gott. Er hat mir erzählt, er war neulich in einem Gottesdienst - seiner Freundin zu Liebe.

Dort wurde auch  das Vater Unser gebetet. Er hat nicht mitgebetet, aber zugehört. Bei den Worten „und vergib uns unsere Sünden, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern“ fiel ihm plötzlich ein alter Bekannter ein, mit dem er sich zerstritten hatte.

Da hat er einen Moment darüber nachgedacht. Und es war wohl damals heftig, was da vorgefallen ist. Aber eigentlich fiel ihm, er war auch nicht ganz unschuldig gewesen. Es war jetzt schon viele Jahre her und er hat sich überlegt: Mensch, man kann das Vergangene mal ruhen lassen, und hat sich entschlossen den Kontakt wieder aufzunehmen.

Als ich das dann gehört habe, habe ich einen Moment nachgedacht, da fiel mir auf: Ich gehe ab und zu in die Kirche und bete auch immer das Vater Unser mit. Aber irgendwie labbere ich das einfach nur mit. Ich mache mir überhaupt nicht mehr bewusst, was ich da ich da eigentlich sage. Und ich glaube, das geht vielen so.

Daher hab ich mir vorgenommen, beim nächsten Mal wenn ich das Vater Unser bete, einfach mal zuzuhören und auch das zu meinen, was ich da sage. Denn: Zu vergeben gibt es wirklich genug auf dieser Welt.

Sprecher: Gernot Hoersch

 

Audiobeitrag Der Atheist


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