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"Wie wirst du damit fertig?"
Guten Morgen, liebe Hörerin, guten Morgen, lieber Hörer, zwei Frauen wünschen sich alles Gute für die nächste Zeit. Und es fällt der typische Satz:
Hauptsache Sie bleiben gesund! Ich achte diesen Wunsch nicht gering. Auch die anderen Hauptsachen nicht wie Arbeitsplatz, Familie, gute Freunde, Bewahrung vor Katastrophen. Aber was ist, wenn eine dieser Hauptsachen sich nicht erfüllt? Müssen wir dann ins Bodenlose fallen?
Wie wirst du damit fertig? So sehen wir einen Menschen fragend an, dem Gesundheit, Erfolg oder Gemeinschaft zerbrochen sind. Unsere eigene Unsicherheit steckt in der Frage. Und manchmal ziehen sich Menschen zurück, weil sie zu befangen sind, zu hilflos. Sie wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen, wenn es einem andern schlecht geht.
Wie wirst du damit fertig? Woher nehmen die einen die Kraft, ihr Leben zu bewältigen und andere zerbrechen an ihren Lebenskrisen? Es liegt nicht einfach an dem, was sie zu verkraften haben. Es muss auch nicht sein, dass Entbehrungen hart machen. Es kommt nicht von selbst, dass Menschen, die ihr Leben lang bewahrt worden sind, am Ende zufrieden und gütig sind. Da gibt es keine Gebrauchsanweisung, wohl aber eine Spur. Ich entdecke sie bei den Schreibern von biblischen Texten. Sie sagen in solchen Situationen nicht platt: Ich kann das. Ich schaffe das. Sie staunen und ermutigen andere. Sie haben erkannt: Gott, der Herr, befähigt mich, auch schwierige Situationen anzunehmen. Wenn ich auf ihn sehe, dann wächst mir Kraft zu. Die Frage: Wie hältst du das aus? wird aufgehoben von der Erfahrung: Gott hält mich. Darum will ich versuchen, auch das Schwere anzunehmen.
Bis ich aber dahin komme, habe ich lange gerungen, habe mich auch aufgelehnt und war verzagt. Wir sind nicht von Haus aus tapfer und gelassen. Wie wirst du damit fertig? Es ist auffallend, dass uns dabei zuallererst die Widrigkeiten einfallen. Die Frage ist aber umfassender. Auch wenn ich gesund und glücklich bin oder Erfolg habe, die Frage bleibt: Wie gehe ich damit eigentlich um? Gott hilft eben nicht nur, die dunklen Stunden anzunehmen. Das natürlich auch. Er befähigt auch, das Gute, die Kräfte, die Chancen, die Gelegenheiten, das Glück anzunehmen. Wer nicht mehr staunen kann über all das, was ihm doch zur Verfügung steht, alles, was möglich ist, wird in seiner Haltung verkrampft und anspruchsvoll, als stünden ihm die Dinge selbstverständlich zu. Wenn es dann aber anders kommt, fange ich an zu grübeln, zu hadern und zu zweifeln.
Wir werden also nicht nur üben müssen, auch Schweres in unserem Leben zu verkraften. Wir sollen auch den Blick offen halten für all das, was wir empfangen als unverdientes Geschenk. Auch Glück und Erfolg zu haben will gelernt sein. In jeder Lebenssituation gilt, was ein Schreiber der Bibel so formuliert hat: Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird´s wohl machen.
"Wie wirst du damit fertig?"
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