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Ordensschwestern: Beten ist unser Kerngeschäft
Einfach mal Zeit für sich haben, Ballast abwerfen und über das eigene Leben nachdenken manche erfüllen sich diesen Traum mit einem Strandurlaub am Mittelmeer
oder einem Wochenende im Wellness-Hotel. Andere nehmen eine Auszeit im Kloster oder einer christlichen Kommunität, um Körper und Seele in Einklang zu bringen. Ein Trend, der bundesweit jetzt auch in der evangelischen Kirche zunimmt.
Musik: Ich habe dich bei deiner Hand gefasst und dich behütet... (Mitschnitt aus Gottesdienst)
O-Ton: Das erleben wir auch hier, dass Jugendliche kommen nach dem Abitur, weil sei einfach nicht wissen, was sie machen sollen, die einfach ihre Spur noch nicht gefunden haben! Dann kommen welche, denen gekündigt wurde und sie einfach nicht wissen, wie es weitergehen soll, die verzweifelt sind oder auch in Ehekrisen sind, oder in persönlichen Krisen auch sind oder die einfach auch geistlich wachsen möchten und sich diese Auszeit nehmen. Das wird also immer mehr.
Autorin: Seit mehr als zehn Jahren leitet Schwester Ruth Meili von der süddeutschen Communität Casteller Ring eine kleine Ordensgemeinschaft im Augustinerkloster zu Erfurt. Ein historisches evangelisches Kloster, denn hier in Erfurt hat Luther einige Jahre verbracht. Später wurde es säkularisiert und erst 1996 kehrte mit den Schwestern wieder geistliches Leben zurück in die Klostermauern, mit regelmäßigen Gebetszeiten im Chor der großen Kirche. Offen für alle, für die Touristengruppen aus aller Welt ebenso wie für einzelne spirituell Suchende oder Gläubige.
O-Ton: Die Komplet, das letzte Gebet, 20 Uhr, da kann man zu sich selber finden, und es ist eben generell sehr schön an diesen Wechselgesängen teilzunehmen. Ja, das vermittelt wirklich innere Ruhe, die man häufig im beruflichen Alltag nicht hat, und man bekommt auch eine Ahnung dafür, dass Glaube eben auch im Herzen stattfindet - und nicht im Kopf!
Musik:
sei Lob und Preis in Ewigkeit. (Mitschnitt aus Gottesdienst) Autorin: .Beten ist unser Kerngeschäft sagt Schwester Ruth Meili, die früher einmal Studienrätin war und heute Pfarrerin der Klostergemeinde ist. Ein Geschäft das für die warmherzige, energische 66-Jährige auch bedeutet, Menschen zu begleiten, die zu Einzelgesprächen, Einkehrtagen oder zu Exerzitien ins Kloster kommen: Sozialarbeiterinnen oder Manager, Fragende oder Verzweifelte. Für Schwester Ruth ist das kein neuer Kraftakt im Alltagsstress, sondern eine sprudelnde Kraftquelle, aus der sie selber lebt. Das ist unverkennbar.
O-Ton: Ja, dass Menschen durchatmen können, merken können, dass Gott ihnen ganz zugewandt ist, dass er die Liebe ist, die alles umfängt, eben auch ihr Leben. Und nicht sie müssen Gott umfangen, sondern er ist es, der sie umfängt und in dieser Geborgenheit auch ihren Weg wagen können.
Autorin: Im biblischen Monatsspruch für den Februar heißt es: Alles was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, dass ihrs empfangt, so wirds euch zuteil werden. Beten also nicht als Rückzug in die Resignation, sondern als aktive Lebensgestaltung! Deshalb haben die Ordensschwestern in der viel besuchten Augustinerkirche zu Erfurt eine mannshohe Pinwand aufgestellt. Fast täglich ist sie voll gesteckt mit anonymen Gebeten. Alle Anliegen nehmen die Schwestern mit in ihre Andachten, als wären es die eigenen. Denn sie selbst haben die Erfahrung gemacht: Wenn man betet, geschieht nie nichts.
Weitere Informationen im Internet: www.ccr-erfurt.de www.ekd.de/presse/pm121_2007_kommunitaeten.html
Ordensschwestern: Beten ist unser Kerngeschäft
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