Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

02.02.08, Ralf Jupe

"God is in the details"

„Warum sollte ich an Gott glauben? Ich mache doch eh alles selbst!“ Steht auf dem Magneten an meiner Pinwand. Darunter klemmen Zahnarztrechnung, Büchereiausweis,

Spendenquittung für das Tierschutzheim,  Pizzarezept und die Telefonnummer vom Chinaimbiss. In gleicher Höhe haftet ein anderer Magnet: „God is in the details!“ steht darauf: Gott steckt im Detail. Dieser Magnet hält das Foto von der letzten Skifreizeit und die erste Postkarte, die ich von meiner Freundin bekommen habe.

Zwei Sätze, die für mich kein Widerspruch sind. Ich muss mein Leben leben, meine Entscheidungen treffen. Mich um 100 Dinge kümmern und erledigen. Selbstbestimmt und eigenverantwortlich.  Ich brauche keine Instanz, die mir das abnimmt, die mich kontrolliert, die mir Denkverbote auferlegt. Das gehört zu dem freien Willen eines jeden Menschen.  Auf der anderen Seite weiß ich, wie kostbar dieses Geschenk „Leben“ ist. Und wie wenig ich das in der Hand habe. Wie unverdient und unerwartet ich Liebe geschenkt bekomme. Freunde, die da sind, wenn ich sie brauche. Schnee und Regen, Sonne und das erste Grün des Frühlings. Die Summe von Tagen, die ich mit meinen Leben füllen kann.   Mit dem, was ich falsch mache, mit dem, was ich richtig mache.

Niemand kann ernsthaft begründen, warum jemand an Gott glauben sollte. Jeder kann es aber ernsthaft erfahren, wenn er den Blick für die Details öffnet.

Sprecher: Michael Birgden 

 

Audiobeitrag "God is in the details"


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