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Seid fröhlich in Hoffnung...
Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer! Im März heiratet mein Patenkind. Auch viele andere Paare werden in diesem Jahr einander auf dem Standesamt und vielleicht danach
in der Kirche das Ja-Wort geben: Ja, ich bekenne mich zu dir. Ja, ich will auch dann zu dir halten, wenn schwierige Zeiten kommen. Ja, ich will bei dir bleiben, bis der Tod uns scheidet. Es ist gut, wenn Menschen so füreinander Verantwortung übernehmen und sich ohne Vorbehalt gegenseitig unterstützen wollen.
Zu erwarten ist jedoch auch, dass in diesem Jahr Menschen, die einmal Ja zueinander gesagt haben Nein sagen: Nein, so geht es nicht mehr. Nein, ich halte es mit dir nicht mehr aus. Nein, wir bleiben nicht länger zusammen. Kaum jemand sagt ein solches Nein leichtfertig, und fast immer ist die Trennung mit großen Schmerzen verbunden.
Kann man eigentlich verhindern, dass eine Ehe scheitert? Ich fürchte, nein. Ehepartner sind keine Maschinen, und eine Eheschließung ist kein Kaufvertrag, in den man eine Garantie einbauen kann. Ich bin aber davon überzeugt, dass Paare viel tun können, damit ihre Ehe gelingt. Was sie tun können, lese ich in einem Wort aus der Bibel, das ungezählte Brautpaare bei ihrer kirchlichen Trauung mit auf den Weg in die Ehe bekamen: Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.
Seid fröhlich in Hoffnung! Es gibt Eheleute, die sich selbst und den Partner andauernd überfordern. Sie wollen, dass die Verliebtheit der ersten Wochen und Monate ein ganzes Leben lang andauert und dass ihre Ehe eine immer währende Hochzeit ist. Aber geht das überhaupt? Und haben die Partner in einer solchen Ehe noch Raum sich zu verändern? Seid fröhlich in Hoffnung! Verzichtet darauf einen bestimmten Zustand eurer Ehe zu konservieren. Haltet euch für Überraschungen offen und dafür, auch nach Jahren noch neue Seiten aneinander zu entdecken. Ihr werdet sehen: Das macht euer Miteinander spannend und fröhlich.
Seid geduldig in Trübsal! Viele Ehepaare müssen miteinander schwere Wege gehen. Den einen wird Krankheit zugemutet, die anderen sorgen sich um ihre Kinder und wieder andere geraten in wirtschaftliche Not. Viele Ehepartner leiden auch aneinander, machen sich gegenseitig das Leben schwer und finden nicht wieder zueinander. Seid geduldig in Trübsal! Gesteht euch selbst und einander ein, dass ihr allein nicht weiter kommt und Hilfe braucht. Und dann holt euch die Hilfe auch. Bei Freunden, in der Familie, in einer Beratungsstelle.
Seid beharrlich im Gebet! Eine Ehe zu führen bedeutet Arbeit. Im Lauf langer Ehejahre spielt sich zwar vieles ein. Das ist ja auch gut so, denn Eheleute können sich nicht jeden Tag neu darüber auseinandersetzen, wie sie ihre Ehe führen wollen. Zugleich ist aber täglich höchste Achtsamkeit geboten, damit aus der Ehe nicht Gewohnheit und am Ende womöglich Langeweile wird. Das ist anstrengend und nicht selten kommen Paare an den Punkt, an dem sie glauben, das alles nicht mehr leisten zu können. Seid beharrlich im Gebet! Das beharrliche Gebet erinnert euch daran, dass eine gelingende Ehe nicht nur Arbeit sondern auch Geschenk ist. Und der, zu dem ihr betet, will, dass die von Menschen geschlossenen Ehen gelingen. Als Gott den Menschen schuf, hat er gesagt: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.
Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Nicht nur meinem Patenkind sondern allen, die in diesem Jahr heiraten werden, wünsche ich, dass sie unter Gottes Schutz beieinander bleiben und glücklich werden.
Seid fröhlich in Hoffnung...
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